(Noch) kein hohes Fußballfieber hier in Österreich: Außenseiterrolle Grund dafür?
- Für 34% der Befragten EM "gar nicht interessant"
- Das sportliche Abschneiden ist nicht das Wichtigste

·GRAFIK: EURO 2008 - Umfrage in Österreich
Was die Österreicher von der Euro 2008 halten
·"Österreich könnte Überraschung sein"
Marcello Lippi gibt ÖFB- Team Außenseiterchance
Von echtem Fußballfieber bei den Österreichern kann (noch) nicht die Rede sein. Und der gute Eindruck als Gastgeber des weit über die Landesgrenzen hinaus beachteten Großereignisses ist der Bevölkerung offenbar wichtiger als das sportliche Abschneiden der heimischen Kicker. Das ergab eine Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes IMAS.
Insgesamt 1.032 für die Gesamtbevölkerung repräsentativ ausgewählte Personen über 16 Jahre wurden Ende April/Anfang Mai nach ihrem Interesse an der bevorstehenden Fußball-Europameisterschaft befragt. Insgesamt sind es 48 Prozent, die sich als interessiert bezeichnen, "sehr interessiert" sind 22 Prozent, zumindest "etwas interessiert" sind 26 Prozent. Bei weiteren 18 Prozent ist die Aufmerksamkeit für die Veranstaltung "nicht besonders" groß. 34 Prozent - also rund ein Drittel - interessieren sich für die EM-Spiele "gar nicht". Überdurchschnittliches Interesse zeigen Männer, Personen unter 30, Arbeiter und Wiener.
Den Meinungsforschern erscheint die Gefühlsbeziehung zur EURO vor allem dann etwas unterkühlt, wenn man in Rechnung stelle, dass das Sportereignis im eigenen Land stattfindet und Österreich überdies selbst am Wettbewerb teilnimmt. Sie gehen davon aus, der Bevölkerung sei bewusst, dass sich das eigene Team in der Rolle des Außenseiters befindet.
Guten Eindruck hinterlassen hat Priorität
Das könnte ein Grund dafür sein, dem Eindruck als guter Gastgeber einen höheren Stellenwert einzuräumen als der Präsentation auf dem grünen Rasen. Denn laut IMAS-Umfrage ist es für 34 Prozent wichtig, einen möglichst guten Eindruck zu hinterlassen. Nur 16 Prozent meinen, es sei vordringlich, sportlich gut abzuschneiden und möglichst weit vorne zu landen. Für 28 Prozent haben beide Dinge eine gleich hohe Bedeutung. Die restlichen 22 Prozent legen weder auf das eine noch auf das andere besonderen Wert.
Auf den sportlichen Erfolg setzen vor allem Männer, Angehörige der jungen Generation sowie Facharbeiter. Auf ein möglichst hohes Veranstalterprestige Österreichs bauen vor allem leitende Angestellte und Beamte sowie Personen mit höherer Bildung.
(apa/red)
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