Montag, 5. Mai 2008

Wenn die Nacht zum Tag wird: Real Madrid
& Bayern München feiern ihre Meisterstücke

  • Schuster: "Wie in einem amerikanischen Sportfilm"
  • Hitzfeld: "Erwartungen und Druck waren enorm"

Mit Real Madrid und Bayern München haben zwei der populärsten Fußball-Clubs der Welt die nationalen Meistertitel eingefahren. Für die Madrilenen war es bereits das 31. spanische Meisterstück, für die Münchner das 21. in Deutschland. Die Feierlichkeiten dauerten bis in die frühen Morgenstunden, vor allem in Madrid.

Beide Teams sind Rekordchampion in ihren Ländern, von den absoluten Titeltopjägern Europas trennen Real und Bayern aber noch Welten. Der aktuelle UEFA-Cup-Finalist Glasgow Rangers hat die schottische Liga bis dato nicht weniger als 51 Mal für sich entschieden. Österreichs Rekordchampion Rapid Wien liegt mit 32 Championaten in der absoluten Spitzengruppe der nationalen Titelsammler.

"Titel in heldenhafter Manier gewonnen"
"Wir haben den Titel in heldenhafter Manier gewonnen. Dieses Team hat Entschlossenheit, Mut, einfach alles", jubelte Real-Präsident Ramon Calderon nach dem dramatischen 2:1-Auswärtssieg gegen Osasuna. In Unterzahl - Fabio Cannavaro sah Gelb-Rot (46.) - geriet das "Weiße Ballett" per Elfmeter von Patxi Punal in Rückstand (83.), doch mit viel Leidenschaft drehte Real durch Tore von Arjen Robben (87.) und Gonzalo Higuain (89.) das Spiel.

Der deutsche Real-Trainer Bernd Schuster, für den es der erste große Titel als Trainer war, fühlte sich angesichts der dramatischen Minuten wie im Kino: "Es war wie in einem dieser amerikanischen Sportfilme, in denen man kämpfen und leiden muss, ehe es dann doch ein Happy End gibt." Die Zeitung El Pais titelte: "Ein Meister, der niemals aufgibt." Auch die Sportzeitung Marca hob "Leidenschaft und Teamgeist" der Madrilenen hervor.

Für Real war es die erste erfolgreiche Titelverteidigung, seit man zwischen 1986 und 1990 fünfmal en suite triumphiert hatte. Nach der Rückkehr vom Match in Pamplona um etwa 1.30 Uhr wurde der Titel traditionell mit einer Parade auf dem Cibeles-Platz gefeiert. Robben, Raul und Co. fuhren mit einem offenen Stockautobus durch die jubelnden Menschenmassen. Gegen 3.30 Uhr gab es im Bernabeu-Stadion ein Essen mit den Angehörigen der Spieler, bei dem kräftig weitergefeiert wurde. Die Party soll am Mittwoch weitergehen, da empfängt Real ausgerechnet Erzfeind FC Barcelona im Bernabeu.

Hoeneß zufrieden
Weit weniger heroisch ging es beim Titelgewinn der Bayern zu. Ohne Starkicker wie Oliver Kahn oder Franck Ribery murkste sich die "1b" der Münchner zu einem 0:0 in Wolfsburg, das - wie für Real - bereits drei Runden vor Schluss zum Titel und zum dritten Double in den jüngsten vier Saisonen reichte. Manager Uli Hoeneß war angesichts der Tatsache, dass man im Vorjahr nur Vierter gewesen war, hochzufrieden: "Wenn man mir vor einem Jahr gesagt hätte, dass wir nach dem 31. Spieltag da stehen, wo wir jetzt stehen, hätte ich das nicht für möglich gehalten. Deswegen bin ich - komischerweise sehen das wenige so - total zufrieden."

Die Bayern hatten im Sommer 2007 den Umbruch gemacht, und vor allem die Einkäufe von Mittelfeld-Ass Franck Ribery und Goalgetter Luca Toni haben sich mehr als ausgezahlt. Coach Ottmar Hitzfeld, in Zukunft Schweizer Teamchef, war sichtlich erleichtert: "Das ist ein ganz spezieller Erfolg. Die Erwartungen und der Druck waren enorm, aber wir haben es geschafft." Und Präsident Karl-Heinz Rummenigge meinte unmittelbar vor einer Weißbierdusche durch Bastian Schweinsteiger: "Unterm Strich war es eine fantastische Saison. Wir haben tollen Fußball gezeigt."

Kommende Saison wird ja Jürgen Klinsmann auf der Trainerbank des "FC Hollywood" Platz nehmen. Nicht mehr dabei sein wird Startormann Oliver Kahn, für den 38-Jährigen geht die letzte Saison beim FCB zu Ende.

(apa/red)

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5.5.2008 17:39