Chinesischer Drache ist selbst Gejagter: Die Sorgen der "Fabrik der ganzen Welt"
- Soziale und Umweltprobleme als Preis für Wachstum
- BIP pro Kopf 15 Mal niedriger als in Deutschland

·China für heimische Exporte sehr wichtig
Österreichische Produkte geschätzt im Olympialand
Die Volksrepublik China hat in der vergangenen Dekade kaum ein Jahr erlebt, in dem die Wirtschaft weniger als 10 Prozent gewachsen ist. Der zur "Fabrik der ganzen Welt" gewordene chinesische Drache hat dabei beträchtliche Teile der westlichen Industrieproduktion geschluckt. Doch der wirtschaftliche Angstgegner der USA und Europas ist selbst ein Getriebener.
Jahr für Jahr wandern zehn bis 15 Millionen Chinesen vom Land in die Städte, um dort Arbeit zu suchen, berichten chinesische Zeitungen. 2007 sollen 5 Millionen junge Chinesen die Universitäten verlassen haben, um 800.000 mehr als im Jahr davor. Nur ein rasches Wachstum kann Jobs für diese Menschen schaffen. Soziale Spannungen zwischen dem "flachen Land" und den neureichen Ballungszentren an der Küste und massive Umweltprobleme sind der Preis.
Im ersten Quartal hat sich das chinesische Wirtschaftswachstum auf "nur" 10,6 Prozent (im Jahresabstand) abgeschwächt, berichtete die Statistikbehörde vergangene Woche. Dafür hat die Inflation im Reich der Mitte auf aktuell 8,3 Prozent zugelegt. Mit 1.500 Milliarden Dollar verfügt die Volksrepublik heute über die größten Devisenreserven der Welt.
In punkto Wirtschaftsleistung gleichauf mit Deutschland
Die chinesische Volkswirtschaft ist gegenüber der EU-27, die nur ein Drittel der chinesischen Bevölkerung aufweist, zwar noch immer relativ klein. Aktuell liegt die chinesische Wirtschaftsleistung praktisch gleichauf mit jener Deutschlands (in Euro). Pro Kopf ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) aber um 15 Mal höher. Das deutsche Prokopfeinkommen lag im vergangenen Jahr bei rund 28.200 Euro, das chinesische dagegen bei etwa 1.800 Euro (zu laufenden Wechselkursen). Zu Kaufkraftparitäten liegt das chinesische BIP per capita bei 4.330 Euro, hat das Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW) ausgerechnet.
(apa/red)
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