Massa bleibt der "Mister Türkei": Siegt
zum dritten Mal beim Grand Prix in Istanbul
- Hamilton sprengt als 2. Ferrari-Duo - Räikkönen 3.
- Finne bleibt WM-Leader. Webber punktet für Red Bull

·Spektakuläre Start-
Kollision in Istanbul
Die BILDER des Formel-1-
Rennens in der Türkei
·Die ERGEBNISSE
des GP von Brasilien
PLUS: So steht es in der Fahrer- & Teamwertung
·"PS-Doping": Ferrari steht unter Verdacht
Mit Tricks zu mehr Motor-
Leistung? Beweise fehlen.
·Die Formel 1 lacht über Lewis Hamilton
Misslungener PR-Auftritt als schwebende Gottheit
Felipe Massa hat zum dritten Mal in Folge aus der Pole-Position den Formel-1-Grand-Prix der Türkei in Istanbul gewonnen. Der brasilianische Ferrari-Pilot siegte vor dem britischen McLaren-Piloten Lewis Hamilton und seinem Teamkollegen und Weltmeister Kimi Räikkönen. Der Finne behauptete mit 35 Punkten sieben Zähler vor Massa und Hamilton seine WM-Führung. Für Massa, der nun wie Räikkönen schon zwei Saisonsiege hat, war es der siebente GP-Sieg.
Ferrari untermauerte damit vor schütterer Kulisse seine fast schon nicht mehr zu erklärende Überlegenheit. Seit dem motortechnischen Doppelaus beim Auftakt in Australien haben die Roten aus Italien jeden Grand Prix gewonnen. Den dritten Doppelsieg in Folge verhinderte nur Hamilton, der nach der falschen Reifenwahl im Qualifying mit einer Dreistopp-Strategie riskierte. Mehr, als ein erneutes Double der des "PS-Dopings" verdächtigten Ferraris zu verhindern, war aber nicht drin.
Am Start krachte es gehörig
Massa kam aus der Pole perfekt vor dem Mclaren von Heikki Kovalainen und dem BMW von Robert Kubica weg, während Räikkönen mit Kovalainen touchierte und nach einer weiteren Fast-Kollision mit Fernando Alonso auf Platz sechs durchgereicht wurde. Weil Giancarlo Fisichella spektakulär mit Kazuki Nakajima crashte, nahm eine frühe Safety-Car-Phase dem Rennen gleich einmal die Spannung.
Als es nach drei Runden wieder freigegeben wurde, musste Kovalainen, der am Vortag trotz seines schweren Unfalls in Barcelona erstmals neben Massa in die erste Startreihe gefahren war, wegen der Berührung mit Räikkönen mit einem Reifenschaden an die Box. Danach avancierte der Finne mit zahlreichen unterhaltsamen Überholmanövern und seinem Vorstoß vom 18. und letzten Platz bis auf Rang 12 zum Man of the Race.
Tolles Überholmanöver von Hamilton
Der deutlich leichtere und schnellere Hamilton kam in der Folge immer näher an Massa heran und überholte den Brasilianer in der 23. Runde mit einem harten Manöver, das der Leader nur mit einer Berührung verhindern hätte können. "Ich habe aber früh erfahren, dass er drei Stopps machen wird", erklärte Massa, nachdem er vor den Augen seiner Mama Anna am Muttertag zum ersten Ferrari-Fahrer seit Michael Schumacher avanciert war, der drei GP-Rennen in Folge gewonnen hat. Damit hat seit dem Türkei-Debüt 2005 dort immer auch der Trainingsschnellste gewonnen.
"Es war ein fantastisches Rennen. Lewis hat von Beginn an Druck gemacht, aber ich konnte gelassen bleiben. Mit drei Siegen in Istanbul habe ich mich für einen türkischen Reisepass qualifiziert", scherzte der Brasilianer. Hamilton erklärte: "Nach der verpatzten Quali war nichts mehr drin. Bridgestone war sich nicht sicher, ob die weichen Reifen durchhalten würden, deshalb die drei Stopps." Und Räikkönen blieb gelassen. "Die nächsten zwei Rennen in Monaco und Kanada sind wichtig und die waren im Vorjahr sehr gut zu uns."
Webber punktet erneut
Für Red Bull Racing holte Mark Webber in einem unauffälligen Rennen als Siebenter zwei weitere WM-Punkte für das austro-englische Team. David Coulthard (9.) verpasste einen weiteren Zähler um 3,8 Sek. Toro Rosso erlitt nach dem ungewollten weiteren Einsatz des uralten STR2 das befürchtete Desaster. Sebastien Bourdais schied aus, Sebastian Vettel wurde nach gleich vier Boxenstopps 17. und Letzter.
Immerhin kam der junge Deutsche damit im fünften Saisonrennen erstmals ins Ziel. Erstmals sahen damit 2008 alle fünf D-Piloten die Zielflagge. Der Brasilianer Rubens Barrichello (Honda) kam in seinem Rekord-Rennen (257 Starts nach eigener Berechnung) auf Platz 14.
(apa/red)
