Räikkönen scharf auf dritten Saisonsieg:
Größter Rivale kommt aus eigenem Stall
- Massa in letzten beiden Jahren in Türkei siegreich
- McLaren: "Werden auch diesmal nicht Maßstab sein"

Im Istanbul Park geht am Sonntag Runde fünf der Formel-1-WM 2008 in Szene. Nach Australien, Malaysia, Bahrain und Barcelona geht der Grand Prix der Türkei streng genommen wieder außerhalb Europas in Szene, weil die Rennstrecke in Akfirat im asiatischen Teil der Millionen-Metropole am Bosporus liegt. Nach dem Rückzug von Super Aguri sind nur noch zehn Teams am Start.
Weltmeister Kimi Räikkönen liegt nach vier Rennen bei 29 Zählern und damit schon klar voraus. Zu verdanken hat der finnische Ferrari-Pilot seinen 9-Punkte-Vorsprung auf Lewis Hamilton (McLaren) vor allem seinen zwei Siegen in Malaysia und zuletzt Spanien. Im Kampf um den Saison-Hattrick hat Räikkönen den größten Rivalen im eigenen Stall. Sein brasilianischer Teamkollege Felipe Massa geht in Istanbul ebenfalls auf einen Hattrick los, er hat in den vergangenen zwei Jahren dort jeweils aus der Pole Position gewonnen.
Räikkönen hofft auf Pole-Position
"Barcelona war ein perfektes Wochenende für mich. Jetzt wollen wir diesen Rhythmus beibehalten, und auch in Istanbul scheint es entscheidend zu sein, aus der Pole Position zu starten", ist Räikkönen bewusst. Bei McLaren-Mercedes gibt man sich vor dem Rennen auf der gegen den Uhrzeigersinn gefahrenen Berg- und Talbahn mit der spektakulären Kurve 8 erstaunlich nüchtern. "Wir haben hier in der Vergangenheit nicht geglänzt und werden auch diesmal nicht der Maßstab sein", meinte Mercedes-Motorsport-Vizepräsident Norbert Haug.
Zweite Kraft ist aber ohnehin weiter BMW-Sauber, auch wenn die Deutsch-Schweizer in Montmelo/Barcleona die überraschende Führung in der Teamwertung wieder an Ferrari abgeben mussten. "Wir wollen uns in der Spitzengruppe, in der Ferrari die Messlatte darstellt, behaupten", erklärte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen.
Toro Rosso im Verzug
Während Red Bull Racing nach Platz fünf durch Mark Webber in der Konstrukteurs-WM mit acht Punkten immerhin auf Platz sechs liegt, ist die Scuderia Toro Rosso im Verzug. Seit den zwei Zählern für den siebenten (und eigentlich letzten) Platz von Sebastien Bourdais beim Saisonauftakt in Melbourne hat das Berger-Team nicht mehr gepunktet, Sebastian Vettel noch keine einzige Zielankunft verzeichnet.
Zudem musst das für Istanbul geplant gewesene Debüt des neuen STR3 verschoben werden, weil nach dem Testunfall von Bourdais zu wenig Ersatzteile verfügbar sind. Das neue und mit dem RB4 wohl fast identische Auto soll nun endlich in Monaco (25. Mai) kommen. "Nicht gerade ideal", gab auch Chefingenieur Laurent Mekies zu.
Auch GP2-Serie am Start
In Istanbul gehen auch die Läufe drei und vier der GP2 in Szene, und der Österreicher Andreas Zuber hofft auf gute Ergebnisse. Immerhin ist Istanbul das Lieblingsrennen des 24-jährigen Steirers, der 2006 dort sein erstes GP2-Rennen gewonnen hat. "Ich will wieder aufs Podium", betonte Zuber nach Platz drei in Spanien.
Während Christian Klien ("Istanbul ist die mit Abstand beste und aufregendste der neuen Strecken von Hermann Tilke") als BMW-Ersatzfahrer an der Strecke ausharrt, gibt Honda-Ersatzpilot Alex Wurz am Wochenende als Test für Le Mans im Peugeot ein Gastspiel im 1.000-Km-Rennen in Spa. Der Niederösterreicher ist aber allzeit bereit einzuspringen, sollten Jenson Button oder Rubens Barrichello, der sich in Istanbul selbst zum 257-fachen Rekord-GP-Starter erklären wird, nicht starten können. Bei diesem Rennen zur europäischen Le-Mans-Serie ist auch Monza-Kurzzeitsieger Richard Lietz am Start.
(apa/red)
