Mittwoch, 7. Mai 2008

"Wie zweiter Weltmeistertitel": Euphorie bei Schlager nach Champions-League-Sieg

  • 'Bester Titel, den man als Mannschaft gewinnen kann'
  • Friedschröder: "Es war ein wunderschönes Erlebnis"

Österreichs Tischtennis-Aushängeschild Werner Schlager darf sich wie seine Teamkollegen Ryu Seung Min, Chen Weixing und Daniel Habesohn seit Dienstagabend Champions-League-Sieger nennen. "Es ist ein wunderschönes Gefühl und zählt für mich wie ein zweiter Weltmeistertitel", sagte der Weltmeister von 2003, der stellvertretend für die Mannschaft aus den Händen des extra angereisten Verteidigungsministers Norbert Darabos ("Das ist eine tolle Geschichte") im Spiroudome von Charleroi den Siegerpokal entgegennehmen durfte.

Die Mannschaft habe hart für den Erfolg gearbeitet. "Wir haben es uns verdient, das Glück war uns hold und wir haben auch richtig aufgestellt", betonte Schlager, für den es bereits die neunte Champions-League-Teilnahme mit den Niederösterreichern war. Der 35-Jährige sieht es auch als legitim an, den Meisterliga-Triumph mit seinem Einzelerfolg von 2003 zu vergleichen. "Das kann man durchaus. Wir sind Weltmeister mit dem Club geworden, denn der Champions-League-Sieg ist der beste Titel, den man als Mannschaft gewinnen kann."

Ziel im Jubiläumsjahr erreicht
Erleichtert waren vor allem auch Sportdirektor Hans Friedschröder und Obmann Karl Hanzl, dass es im zehnten Anlauf nun endlich geklappt hat. "Es war von Anfang an eine wunderschöne Zusammenarbeit (Anm. Spielvereinigung SVS Schwechat und Union Wolkersdorf besteht seit zehn Jahren). Der Titel hätte auch schon früher kommen können, es hat aber immer wieder Hindernisse gegeben", erinnerte sich Friedschröder.

Das langersehnte Ziel ausgerechnet im Jubiläumsjahr zu realisieren, sei natürlich besonders schön. "Es war ein wunderschönes Erlebnis. Wenn man so lange auf etwas hinarbeitet und es dann erreicht, ist das einfach toll", so der SVS-NÖ-Sportdirektor. Und Hanzl fügte hinzu: "Es ist riesig, vor allem wenn ich an die Jahre davor denke. Der Sieg ist ein Traum für den gesamten Verein und eine große Motivation für die jungen Spieler, so etwas ebenfalls zu erreichen."

Schon Denken an Titelverteidigung
Seit Dienstagabend sind die Schwechater, die heuer nach dem Champions-League- sowie Superliga-Sieg noch das Triple im Visier haben - Meisterschaftsfinale am Samstag und Montag gegen Ligist/Graz - damit aber auch plötzlich Titelverteidiger und die großen Gejagten. "Ab der ersten Sekunde nach dem Sieg muss man sich mit der Titelverteidigung beschäftigen", sagte Hanzl.

Deshalb stehen die Niederösterreicher auch bereits mit dem jungen Koreaner Young als Ersatzmann für den nach Hennebont wechselnden Ryu in konkreten Verhandlungen. "Man hat sofort wieder Freude daran weiterzuarbeiten, wir wollen auch einen zweiten Titel holen", gab sich Friedschröder kämpferisch. In Zukunft setzen die Niederösterreicher vor allem auf die Werner-Schlager-Akademie, die im Frühjahr 2010 ihren Betrieb aufnehmen soll. "Es ist unser großes Ziel, den Titel in zwei Jahren in unserer neuen Halle zu holen", blickte Hanzl optimistisch in die Zukunft.

(apa/red)

7.5.2008 11:22