Dienstag, 13. Mai 2008

4. Giro-Etappe geht an Briten Cavendish: Pellizotti bleibt im Rosa Trikot des Leaders

  • Tagessieger konnte sich im Finish deutlich absetzen
  • Pfannberger trotz Rückschläge weiter zuversichtlich

Ursprünglich kommt er von der Bahn, doch seinen größten Erfolg hat er auf der Straße eingefahren. Der britische Radsport-Jungstar Mark Cavendish sprintete in Catanzaro-Lungomare zu seinem ersten Etappensieg bei einer der drei großen Landesrundfahrten. Das 183 km lange vierte Teilstück des Giro d'Italia entschied der 23-Jährige vom Team High Road relativ deutlich vor dem Deutschen Robert Förster sowie dem italienischen Vortagessieger Daniele Bennati für sich.

Im Gesamtklassement führt weiterhin der Italiener Franco Pellizotti eine Sekunde vor dem US-Amerikaner Christan Vandevelde sowie sieben vor Titelverteidiger Danilo Di Luca. Der Österreicher Christian Pfannberger liegt mit 28 Sekunden Rückstand auf Rang 15. Der 28-jährige Steirer will sein Hauptaugenmerk eher auf einen Etappensieg als auf die Gesamtwertung legen. "Ich bin eigentlich ganz gut drauf. Ich muss Geduld haben, meine Etappe wird schon kommen", sagte Pfannberger. In Kürze folgt die erste Bergankunft.

Brite: "Mein schönster Sieg"
Cavendish hat seine Etappe bereits. "Das ist mein schönster Sieg", sagte der Engländer, der wie Österreichs Top-Sprinter Bernhard Eisel für das US-amerikanische T-Mobile-Nachfolgeteam High Road fährt. Seinen bisher größten Erfolg hatte Cavendish auf der Bahn gefeiert. 2005 und 2008 wurde der Engländer jeweils Weltmeister im Madison. Auf der Straße hat der Youngster bereits mehrere Etappen kleinerer Rundfahrten sowie zuletzt zweimal in Folge den Scheldepreis in Belgien gewonnen.

Im Finish überflügelte Cavendish, der von der Isle of Man stammt, die Sprint-Asse des Giro, allen voran Bennati, der den Sprint zu früh angezogen hatte. Ein Massensturz hatte das Feld einen Kilometer vor dem Ziel gesprengt. Der Belgier Nick Nuyens hatte ihn verursacht und erlitt einen Schlüsselbeinbruch. Bereits in den vergangenen Tagen war es immer wieder zu schweren Stürzen gekommen.

Pfannberger trotz Rückschläge zuversichtlich
"Die Stürze sind zum Teil unnötig. Viele Leute nehmen einfach viel zu viel Risiko", meinte Pfannberger, der auf der zweiten Etappe selbst unverschuldet zum Handkuss gekommen war. Der Österreicher überstand seinen Sturz aber mit leichten Prellungen weitgehend unbeschadet. Auch die Verkühlung, die ihn in der Woche vor dem Giro geplagt hatte, hat Pfannberger überwunden. "Ich bin gesund, das ist das Wichtigste. Denn diese Rundfahrt ist noch sehr lang", erklärte der Giro-Debütant.

Unmittelbar nach dem Start in Catanzaro hatte der Belgier Rik Verbrugghe die Initiative ergriffen und zu einer mehr als 160 Kilometer langen Solofahrt angesetzt. Erst 18 Kilometer vor dem Ziel wurde Verbrugghe vom Feld gestellt. Laut Angaben seines Cofidis-Teams habe es sich um eine Protestaktion gegen den schlecht organisierten Transfer über die Straße von Messina gehandelt. "Wir sind über drei Stunden in der Fähre gesessen", bestätigte Pfannberger. "Daher bin ich erst nach Mitternacht ins Bett gekommen." (apa/red)

13.5.2008 20:32