Demokratischer Clinch laut Hillary bald
zu Ende: "Anfang Juni wird es vorbei sein"
- Gewinner soll vom Unterlegenen unterstützt werden
- Clinton von 2 Zeitungen zum Aufgeben aufgefordert
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Das Wahlkampf-Team der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton in den USA hat überraschend eine baldige Entscheidung über die Kandidatenfrage angekündigt und eine mögliche Unterstützung des Rivalen Barack Obama in Aussicht gestellt. "Anfang Juni wird es vorbei sein", sagte Terry McAuliffe, Sprecher der Clinton-Wahlkampagne, dem Sender NBC. Wenn klar sei, dass Clinton nicht gewinnen könne, werde sie ihren parteiinternen Rivalen Obama unterstützen. "Wir haben alle gesagt, dass wir am Ende zusammenstehen werden." Das bedeute natürlich auch, dass Obama Clinton helfen werde, sollte sie die Kandidatin sein.
Obama liegt seit Monaten bei den allgemeinen Stimmen knapp vor Clinton und zuletzt war ihm bei zwei wichtigen Vorwahlen ein großer Schritt auf dem Weg zur Nominierung gelungen. In North Carolina deklassierte er Clinton und in Indiana fiel seine Niederlage nur sehr knapp aus. Damit verpasste es Clinton, sich mit zumindest einem souveränen Sieg den dringend erhofften psychologischen Vorteil im Ringen um die noch zu vergebenen Stimmen zu verschaffen.
Auch bei den Superdelegierten, die sich beim Nominierungsparteitag der Demokraten nicht an die Ergebnisse der Vorwahlen halten müssen, liegt Obama nun nur mehr knapp hinter Clinton. Nach Medienberichten erhielt er seit den Abstimmungen in North Carolina und Indiana mindestens fünf Superdelegierte hinzu, einer von ihnen hatte zuvor Clinton unterstützt. Obama wird damit nun von 257 Superdelegierten unterstützt, Clinton von 267. Knapp 300 weitere Superdelegierte haben sich noch nicht öffentlich geäußert, für wen sie stimmen wollen. Laut "Washington Post" haben aber bereits mehrere angedeutet, dass sie sich auf Obamas Seite schlagen und dies demnächst auch bekanntgeben wollen.
Clinton zum Aufgeben aufgefordert
Zwei angesehene Zeitungen riefen Clinton indirekt zum Aufgeben auf. Es gebe keinen "plausiblen Weg zum Sieg", hieß es in einem Kommentar der "Washington Post". Die "Los Angeles Times" kam zu dem Schluss, dass es kein stichhaltiges Argument mehr für die Wettbewerbsfähigkeit der Senatorin gebe: "Clinton kann nicht gewinnen." Bereits zuvor hatte der frühere demokratische Präsidentschaftsbewerber George McGovern, ein langjähriger Clinton-Freund und einer der ersten öffentlichen Unterstützer der Ex-First Lady, zum Ausstieg aufgerufen.
Clinton hatte demgegenüberbekräftigt, dass sie im Rennen bleiben werde, "bis es einen Spitzenkandidaten gibt". Sie werde weiter hart arbeiten, damit sie die Nominierung erreiche. Zuletzt standen mehrere Wahlkampfauftritte in West Virginia an, dem Schauplatz der nächsten parteiinternen Kandidatenkür am 13. Mai. In Umfragen liegt Clinton deutlich vorn. Danach folgen noch fünf weitere Vorwahlen, die letzte davon am 3. Juni.
Schlusspunkt am 3. Juni?
Bisher wurde nicht ausgeschlossen, dass der erbittert geführte Wahlkampf zwischen Obama und Clinton erst Ende August auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten entschieden wird - was die Partei spalten und den Republikanern um ihren Kandidaten John McCain in die Hände spielen könnte. Mit dem Zeitfenster Anfang Juni nahm McAuliffe offenbar Bezug darauf, dass die seit Monaten andauernden Vorwahlen am 3. Juni in South Dakota und Montana ihren Abschluss finden werden.
Fest steht bereits, dass weder Obama noch Clinton im Zuge der Vorwahlen jene 2.025 Delegiertenstimmen erreichen werden, die für die offizielle Nominierung auf dem Wahlparteitag der Demokraten in Denver erforderlich sind. Die Superdelegierten dürften daher zum Zünglein an der Waage werden. Nach den letzten Vorwahlen hat Obama nach Angaben von MSNBC 1.844 Stimmen sicher, Clinton kommt auf 1.695. Andere Medien kommen auf 1.876 zu 1.729. Darin enthalten sind bereits etwa 550 Superdelegierte, die sich schon festgelegt haben. Die Präsidentschaftswahl, bei der über die Nachfolge von George W. Bush entschieden wird, findet im November statt. (apa/red)
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