Schreckensbilder aus Burma: Ausmaß noch gravierender als bei Tsunami-Katastrophe
- Hilfsorganisation berichtet Schreckliches aus Region
- Ein Drittel der Bewohner in Piensalu wurde getötet
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·GRAFIK: Der Taifun
"Nargis" in Burma
Karte von Burma mit
den betroffenen Regionen

Rund ein Drittel der 150.000 Bewohner des Gebiets Piensalu in Myanmar sind tot, in einem Vorort mit 5.000 Menschen haben gerade einmal 400 Personen überlebt. In der Region, die von der Hilfsorganisation ADRA betreut wird, zeigt sich ein Schreckensbild. Das Ausmaß der Schäden sei noch gravierender als das der Tsunami-Katastrophe im Dezember 2004, so die Vereinigung.
Ein Mitarbeiter des Hilfsteams erlebte den Sturm an Ort und Stelle, eine weitere Helferin dürfte von den Flutmassen getötet worden sein: Stelzenhäuser wurden umgerissen, eine dreieinhalb Meter hohe Flutwelle spülte alles Erreichbare weg. Menschen wurden über eine Stunde lang - lebend oder tot nach Norden getrieben, so die Erlebnisse während des Sturms. Sechs Stunden konnte man wegen des Windes kaum die Augen öffnen. Das Krankenhaus, das Polizeigebäude und das Büro der Organisation wurden zerstört.
Kein Trinkwasser
Ein Lagerhaus für Reisvorräte diente den Bewohnern in Piensalu als Zufluchtsstätte: Etwa 150 Menschen konnten sich dort an Holzpfeiler klammern und dadurch retten. Nach der Katastrophe macht den Überlebenden vor allem die Versorgung zu schaffen. Kokosnüsse, deren Milch und das Fleisch toter Tiere dienten in den vergangenen Tagen als Nahrungsmittel. Trinkwasser ist laut ADRA wegen der Versalzung so gut wie nicht verfügbar.
Bei der Ortschaft Theik, in der ein Wasserrohr vom Sturm verschont geblieben ist, habe die ersten Hilfsmaßnahmen begonnen, berichtete die Organisation. Die Verteilung von Kleidung und Lebensmitteln sowie Aufräumarbeiten stehen derzeit für 170 einheimischen Helfer im Mittelpunkt. Aufgrund der Seuchengefahr ist der Zugang zum Deltagebiet nur offiziellen Hilfs- und Einsatzkräften möglich.
(apa/red)
