Hilfsmaßnahmen laufen nur schleppend an: US-Transportjet fliegt nicht nach Burma
- US-Einreise-Erlaubnis könnte Missverständnis sein
- Erste UN-Maschine unterdessen in Rangun gelandet
·BILDER: Zyklon fegte über die Küste Burmas
Wirbelsturm forderte tausende Todesopfer
·Hilfsgüter & Spenden dringend benötigt
INFO: Hier können Sie für Zyklon-Opfer spenden
·GRAFIK: Der Weg des Sturms durch Burma
Zyklon zog Spur der Verwüstung durch Land
·Verheerende Stürme der letzten Jahre
Immer wieder werden die Küsten heimgesucht
·Wirbelstürme: Taifun,
Zyklon und Hurrikan
Bezeichnung variiert nach
Ort, an dem sie auftreten
·Myanmar vs. Burma: Eine kurze Aufklärung
Der Namensdiktatunfug der burmesischen Junta
·GRAFIK: Der Taifun
"Nargis" in Burma
Karte von Burma mit
den betroffenen Regionen

Der geplante Flug einer US-Transportmaschine mit Hilfsgütern nach Burma findet nun doch nicht statt. Es sei unklar, ob die zuvor verkündete Einreise-Erlaubnis durch die Militärjunta in Burma ein Missverständnis gewesen sei oder ob die Junta diese zurückgezogen habe. "Ich weiß nicht, ob sie ihre Entscheidung zurückgenommen haben oder ob es ein Missverständnis war", sagte US-Botschafter Eric John in der thailändischen Hauptstadt Bangkok.
Die Vertretung des UN-Welternährungsprogramms gab unterdessen in Bangkok bekannt, dass die erste UN-Maschine mit Hilfsgütern in Burma eingetroffen sei. Das in Italien gestartete Flugzeug sei in Rangun gelandet. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) will am Samstag Hilfsgüter nach Burma liefern. Im Nordwesten Thailands stünden bei Mae Sot insgesamt 22 Tonnen Hilfsgüter bereit, sagte UNHCR-Sprecherin Jennifer Pagonis in Genf.
Rot Kreuz-Flugzeuge unterwegs
Erstmals seit der Sturmkatastrophe sollen zwei Flugzeuge mit Hilfsgütern des Roten Kreuzes nach Burma aufbrechen. Eine Chartermaschine und ein Linienflugzeug von Thai Airways mit Material würden voraussichtlich noch heute Abend in Kuala Lumpur in Malaysia starten, sagte Rot-Kreuz-Koordinator Bernd Schell in Bangkok. Die Maschinen sollen Plastikplanen, Seile, Hämmer, Nägel und weiteres Baumaterial nach Burma bringen.
China sagt drei Millionen Euro zu
China hat weitere drei Millionen Euro für den Wiederaufbau nach dem verheerenden Zyklon "Nargis" zugesagt. Das erklärte das chinesische Außenministerium. Die Volksrepublik hatte zuvor bereits Hilfen in Höhe von umgerechnet 650.000 Euro versprochen. Die erste Hälfte davon sei in Form von Hilfsgütern nach Burma geschickt worden. Die andere Hälfte soll in Bargeld erfolgen. Darüber hinaus werde es weitere Unterstützung durch chinesische Organisationen und Provinzregierungen geben.
"Keine politische Angelegenheit"
Zu dem US-Flugzeug hatte ein Botschaftssprecher verkündet, dass die Führung in Burma sich zur Annahme von Hilfsleistungen aus den USA für die Opfer des Zyklons "Nargis" bereiterklärt habe. "Sie haben die Erlaubnis gegeben, dass eine Maschine vom Typ C-130 nach Rangun einfliegt", hatte der Botschaftssprecher erklärt. US-Außenministerin Condolezza Rice hatte die Junta aufgefordert, für die Opfer von "Nargis" internationale Hilfe ins Land zu lassen. "Das ist keine politische Angelegenheit, sondern es handelt sich um eine humanitäre Krise", sagte Rice in Washington.
Der Wirbelsturm "Nargis" war vom Golf von Bengalen kommend am Delta des Irawadi-Flusses auf das südostasiatische Land getroffen und hatte auf seinem Weg nach Osten eine Schneise der Zerstörung hinterlassen. Endgültige Angaben über die Zahl der Opfer liegen nicht vor. Die Behörden rechnen allein im Bezirk Labutta inzwischen mit 80.000 Toten, landesweit könnten es mehr als 100.000 sein. 5.000 Quadratkilometer Land stehen unter Wasser.
(apa/red)
