Harter Schlag für Bevölkerung: Sturm traf eines der allerärmsten Länder Asiens
- Seit 1962 herrscht Militärjunta in "Union Myanmar"
- Rohstoffreiches Land wurde heruntergewirtschaftet
·Plebiszit in Burma trotz Verwüstungen
Gewaltandrohung gegen Wähler bei Stimmabgabe
·BILDER: Zyklon fegte über die Küste Burmas
Wirbelsturm forderte tausende Todesopfer
·"Leichen im Schlamm
und auf den Bäumen"
Lokalaugenschein eines Helfers im Krisengebiet
·Hilfsgüter & Spenden dringend benötigt
INFO: Hier können Sie für Zyklon-Opfer spenden
·GRAFIK: Der Taifun
"Nargis" in Burma
Karte von Burma mit
den betroffenen Regionen
·Wirbelstürme: Taifun,
Zyklon und Hurrikan
Bezeichnung variiert nach
Ort, an dem sie auftreten
·Chronologie: Burmas langer Leidensweg
Demokratiebewegung 1988 in Blutbad ertränkt
·Sturm traf eines der allerärmsten Länder
Militärs haben Burma heruntergewirtschaftet
Der Zyklon "Nargis" traf mit Burma eines der ärmsten Länder Asiens. Die frühere britische Kolonie am Indischen Ozean liegt zwischen Indien und Thailand. Engster Verbündeter ist der nördliche Nachbar China. Das Land mit dem offiziellen Namen Union Myanmar ist fast doppelt so groß wie Deutschland. In dem weitgehend abgeschotteten Vielvölkerstaat leben rund 50 Millionen Menschen. Knapp 90 Prozent der Einwohner sind Buddhisten. Größte Stadt ist die Hafenmetropole Rangun, Verwaltungshauptstadt ist Naypyidaw.
Die Militärs, die Burma seit 1962 beherrschen, haben das rohstoffreiche Land heruntergewirtschaftet. Staatsoberhaupt ist der Vorsitzende des sogenannten Staatsrats für Frieden und Entwicklung, Than Shwe. Wegen anhaltender Menschenrechtsverletzungen steht Burma international in der Kritik. Oppositionsführerin und Friedensnobelpreis-Trägerin Aung San Suu Kyi lebt seit Jahren in Rangun unter Hausarrest, viele Regimekritiker sitzen hinter Gittern. Im September vergangenen Jahres weiteten sich Protestmärsche tausender Mönche zur größten Demonstration gegen das Militärregime seit mehr als 20 Jahren aus. Soldaten schlugen die Massenproteste blutig nieder.
Etwa 70 Prozent der Einwohner sind Burmesen. Größere Gruppen bilden auch die Shan, Karen, Chin, Mon und Kachin. Ethnische Minderheiten führten in den nördlichen Grenzgebieten jahrzehntelang einen Guerillakrieg für ihre Unabhängigkeit. Regierungstruppen lieferten sich insbesondere mit Rebellen von den Volksgruppen der Shan und Karen immer wieder schwere Kämpfe, Zehntausende flohen.
Die meisten Einwohner Burmas leben von der Landwirtschaft. Seine fruchtbaren Ebenen entlang des mehr als 2.000 Kilometer langen Irrawaddy-Flusses und das tropische Klima machten das Land zu einem der führenden Reisproduzenten der Welt. Die wichtigsten Anbaugebiete im fast 50.000 Quadratkilometer großen Delta des Irrawaddy wurden von dem Zyklon besonders schwer getroffen. Sie waren das wirtschaftliche Herzstück des Landes. Auch der Export von Gas, Teakholz und Edelsteinen vermehrte bisher die Einnahmen der Militärs.
Das "Goldene Land" mit seinen Tempeln, gewaltigen Buddha-Statuen und prachtvollen Pagoden liegt noch immer abseits der touristischen Trampelpfade Südostasiens. Doch gelten die Tempel und Stupas von Pagan als beeindruckendste Ansammlung buddhistischer Baukunst der ganzen Region. Die Relikte aus dem 11. und 13. Jahrhundert liegen rund 400 Kilometer nördlich von Rangun. Der Tempelbezirk der 1287 von den Mongolen zerstörten früheren Hauptstadt Pagan umfasst 40 Quadratkilometer. Das wichtigste Heiligtum für Burmas Buddhisten ist die Shwedagon-Pagode in Rangun. Ihre vergoldete Kuppel ist weithin sichtbar.
(apa)
