Sonntag, 11. Mai 2008

Kanzler beim EU-Lateinamerika-Gipfel in Peru: Gusenbauer wirbt für geeintes Europa

  • Interview: "Europa muss mit einer Stimme spricht"
  • Herausforderungen: Energiesicherheit & Immigration

"In einer multilateralen Welt ist es am wichtigsten, dass Europa mit einer Stimme spricht". Das sagte Bundeskanzler Gusenbauer vor dem EU-Lateinamerika-Gipfel (EULAC) in einem Interview mit der argentinischen Zeitung "La Nacion". Als wichtigste Herausforderungen der EU bezeichnete er die "Energiesicherheit", "eine gemeinsame Immigrationspolitik", und die "Wettbewerbsfähigkeit der Gesellschaft".

Gusenbauer wurde in dem Interview auch darauf angesprochen, dass vor seinem Amtsantritt (in der Diktion von "La Nacion") "die extreme Rechte in Österreich einen sehr wichtigen Platz eingenommen hat und sogar Jörg Haider Teil der Regierung gewesen war".

Die Antwort: "Haider wurde bei den vergangenen Wahlen besiegt und ich glaube, dass seine Chance noch einmal in die Regierung einzutreten fast null ist. Diese Parteien sind immer Ausdruck der Unzufriedenheit der Leute, aber in den meisten Fällen mobilisieren sie, bekommen eine gewisse Wichtigkeit und verlieren dann wieder an Stärke. Das haben wir auch in Belgien, den Niederlanden, Italien und Dänemark gesehen."

Auch der Inzest-Fall von Amstetten und "Josef F." durften bei dem Interview nicht fehlen. Gusenbauer: "Solche Verbrechen passieren überall auf der Welt. Ich glaube nicht, dass diese Tat für Österreich typischer ist als für andere Länder."

Reise durch Lateinamerika
Gusenbauer war zum Auftakt seiner zehntägigen Lateinamerika-Tour mit der argentinischen Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner zusammengetroffen. Mit einer Wirtschaftsdelegation wird er weiter nach Brasilien reisen. Dort wird er das Edelstahlwerk von Villares besuchen. Dabei handelt es sich um die größte Auslandsinvestition Österreichs in Südamerika. (APA/red)

11.5.2008 18:03