Nach Rücktritt von Bertie Ahern: Irlands
neuer Regierungschef heißt Brian Cowen
- Engagement für positives EU-Referendum als Ziel
- Vorgänger ist wegen Finanzskandal zurückgetreten

Mit der Wahl von Brian Cowen zum neuen Ministerpräsidenten ist in Irland die Ära Ahern zu Ende gegangen. Das Parlament in Dublin wählte den bisherigen Finanzminister mit 88 gegen 76 Stimmen zum neuen Regierungschef. Der bisherige Ministerpräsident Bertie Ahern war nach elf Jahren im Amt wegen eines Finanzskandals zurückgetreten.
Cowen kündigte in seiner Antrittsrede an, er werde für eine Zustimmung der Iren beim Referendum über den EU-Reformvertrag von Lissabon werben. Irland ist das einzige Mitgliedsland, das eine Volksabstimmung über den Vertrag angesetzt hat. Sie soll am 12. Juni stattfinden.
Cowen sagte, Irland habe in 35 Jahren großartig von seiner EU-Mitgliedschaft profitiert. Das rapide Wirtschaftswachstum in den vergangenen zehn Jahren habe viele Einwanderer ins Land gelockt. "Es wäre der größte Fehler, jetzt von dieser Öffnung zur Welt abzugehen, die der Nation so großen Nutzen gebracht hat", sagte Cowen.
Wirtschaftlich schwere Zeiten
Er tritt Aherns Nachfolge allerdings in wirtschaftlich schwereren Zeiten an: Die Arbeitslosigkeit ist mit 5,6 Prozent auf den höchsten Stand seit zehn Jahren gestiegen, und auf dem lange boomenden Immobilienmarkt fallen die Preise - und damit auch die Steuereinnahmen.
Die irische Wirtschaft befindet sich in guter Verfassung, weist jedoch seit kurzem mit fallenden Verbraucherausgaben und sinkenden Häuserpreisen sichtbare Spuren der weltweiten Krise aus. (apa/red)
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