Mittwoch, 7. Mai 2008

Jährliches Treffen für China und Japan: Streitigkeiten sollen jetzt bereinigt werden

  • Hu und seine Frau wurden mit allen Ehren empfangen
  • Sprach von einem "neuen historischen Startpunkt"

China und Japan wollen ein neues Kapitel in ihren Beziehungen aufschlagen und jährlich Gipfeltreffen abhalten. Streitigkeiten um Gasreserven unter dem Meer sollen friedlich beigelegt werden. Das vereinbarten der chinesische Staats- und Parteichef Hu und der japanische Ministerpräsident Fukuda. Es ist der erste Besuch eines chinesischen Staatsoberhauptes in Japan seit zehn Jahren.

Hu und seine Frau Liu Yongqing wurden mit allen Ehren von Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko empfangen. Bei Gesprächen in Tokio vereinbarten der chinesische Staats- und Parteichef und der japanische Ministerpräsident, den Territorialstreit um reiche Öl- und Gasvorkommen im Ostchinesischen Meer "so bald wie möglich" zu lösen. China hatte bereits 2003 mit der Gasförderung begonnen, Japan warf der Volksrepublik daraufhin vor, sich an japanischen Erdgasvorkommen zu bedienen. Seit 2004 waren elf Gesprächsrunden zwischen Tokio und Peking über das Thema gescheitert. In erster Linie geht es um die Kontroverse betreffend die Inselgruppe Senkaku (Diaoyu). Unter dem Meeresboden werden umfangreiche Erdölvorkommen vermutet. Japan hat von China auch mehr Transparenz bei den Militärausgaben gefordert.

In einer gesonderten Erklärung zum Klimaschutz nahm China den japanischen Vorschlag einer Halbierung der globalen CO2-Emissionen "zur Kenntnis" und erklärte, notwendige Maßnahmen mit anderen Ländern zu prüfen.

Hu: "Neuer historischer Startpunkt"
Hu sprach von einem "neuen historischen Startpunkt". Das umstrittene Thema Kriegsvergangenheit trat in der gemeinsamen Erklärung diesmal in den Hintergrund. In der Tibet-Frage begrüßte Fukuda die Gespräche Pekings mit Vertretern des Dalai Lama als "ersten Schritt". Hu sagte, die Kontakte würden fortgesetzt. (APA/red)

7.5.2008 15:51