Dienstag, 6. Mai 2008

Liste mit 6.000 Selbstmordattentätern im Irak gefunden: Für Anschläge verantwortlich

  • Mehrheit der Genannten offenbar aus dem Ausland
  • Informationen über Ausbildungslager der Al-Kaida

Kämpfer einer Bürgerwehr haben in der irakischen Provinz Baquba (Bakuba) nach eigenen Angaben eine Liste mit den Namen von 6.000 Selbstmordattentätern gefunden, die in den vergangenen fünf Jahren im Irak Anschläge verübt haben sollen. Ein Sprecher der Bürgerwehr sagte der Tageszeitung "Al-Sabah", die Mehrheit der Attentäter stamme nicht aus dem Irak. Die meisten von ihnen seien Muslime aus anderen arabischen Ländern und aus Afghanistan.

Aus den Dokumenten, die während einer Razzia entdeckt worden seien, gehe außerdem hervor, dass die Al-Kaida-Terroristen in dem Gebiet zwischen der Hamrein-Gebirgskette und den Ölfeldern von Baiji im Norden des Landes mehrere Ausbildungslager unterhielten. In diesen Lagern würden derzeit weitere Attentäter "darauf vorbereitet, Selbstmordanschläge zu verüben".

Unter den Attentätern in diesen Lagern seien auch 15 Frauen, hieß es. Nach Angaben des Sprechers wurden in der Provinzhauptstadt Baquba außerdem Dokumente gefunden, aus denen hervorgehen soll, dass Al-Kaida versucht, Frauen, die ihre Ehemänner "bei Operationen von Bewaffneten" verloren haben, als Selbstmordattentäterinnen zu rekrutieren. Scheich Sabah Shakir al-Shammari erklärte, in den vergangenen zwei Monaten hätten sich in Diyala vier Frauen in die Luft gesprengt.

Die arabische Zeitung "Asharq Al-Awsat" berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise in Kuwait, der Familie des kuwaitischen Staatsbürgers Badr al-Harbi sei telefonisch mitgeteilt worden, dass Al-Harbi als Selbstmordattentäter im Irak gestorben sei. Den Informationen zu Folge war Al-Harbi, der früher in Afghanistan gekämpft habe, bevor er sich den Terroristen im Irak angeschlossen habe, in seiner Heimat festgenommen und befragt, aber nicht vor Gericht gestellt worden.
(apa/red)

6.5.2008 13:01