Donnerstag, 8. Mai 2008

Josef F. wurde Staatsanwältin vorgeführt: Verdächtiger gab sich "kooperationsbereit"

  • Einvernahme drehte sich um persönlichen Werdegang
  • Ermittler entdeckten Privaträume des Verdächtigen

Der Beschuldigte im Inzest-Fall von Amstetten, der 73-jährige Josef F., ist zum ersten Mal von der mit dem Fall befassten Staatsanwältin Christiane Burkheiser einvernommen worden. Rund zwei Stunden dauerte das Gespräch, sagte der leitende Staatsanwalt Gerhard Sedlacek. Der 73-Jährige zeigte sich "kooperationsbereit". Die Einvernahme habe sich primär um den persönlichen Werdegang des 73-Jährigen gedreht. Unterdessen entdeckten die Ermittler im Haus weitere Räumlichkeiten, die der Verdächtige exklusiv genutzt hat. Von einem Geheimversteck könne aber keine Rede sein.

Details über den Inhalt wurden nicht bekanntgegeben. Die nächste Einvernahme werde "nicht vor zwei Wochen" durchgeführt werden, erläuterte Sedlacek. Der 73-Jährige befindet sich weiterhin in der Justizanstalt St. Pölten in Untersuchungshaft.

Zustand der Opfer unverändert
Keine Veränderungen seien zum Gesundheitszustand der Opfer des Inzest-Falles in den kommenden Tagen zu erwarten. Es werde daher auch keine gesonderten Informationen geben, hieß es seitens der NÖ Landeskliniken-Holding. Die 19-jährige Tochter von Elisabeth F. (42) befindet sich nach wie vor auf der Intensivstation im Krankenhaus Amstetten. Ihr Zustand habe sich stabilisiert. Hinsichtlich der 42-Jährigen, ihrer fünf weiteren Kinder und ihrer Mutter wurde seitens der Landeskliniken-Holding neuerlich betont, dass der "Schutz der Privatsphäre" dieser sieben Personen in der Sonderkrankenanstalt Amstetten-Mauer vorrangig sei.

Neue Räume entdeckt
In der Zwischenzeit ermittelte die Polizei weiter in dem Horror-Haus in Amstetten. So kam sie darauf, dass Josef F. in seinem Haus auch andere Räumlichkeiten außerhalb des Kellers exklusiv beansprucht hat, sagte Chefermittler Oberst Franz Polzer. Von einem Geheimversteck könne aber keine Rede sein, betonte er. Es habe sich einfach um Räume im Haus gehandelt, zu denen F. den anderen Bewohnern keinen Zutritt gewährte.

Das Haus verfüge über "unzählige Räumlichkeiten", betonte Polzer. Die Zimmer würden durchsucht, erklärte er. Polzer ging nicht davon aus, dass diese Räume eine "Planungszentrale" für F. darstellten, wie er sagte.

(apa/red)

8.5.2008 11:50