Montag, 5. Mai 2008

19-Jährige auf dem Weg der Besserung:
Prognosen zur Krankheit aber noch offen

  • Patientin wird nach wie vor im Tiefschlaf gehalten
  • PLUS: Familie wächst langsam wieder zusammen

Der Zustand der jungen Frau, deren Einlieferung am 19. April den Fall ins Rollen brachte, habe sich "Gott sei Dank gebessert und leicht stabilisiert", sei aber nach wie vor ernst, sagte Primarius Albert Reiter vom Landesklinikum Mostviertel Amstetten. Um sie künstlich beatmen zu können, werde die Patientin weiter im Tiefschlaf gehalten.

Alle diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen werden mit Experten verschiedener Fachrichtungen geklärt. Reiter erklärte, keine Prognose über Dauer und Ausgang der Krankheit geben zu können. Er hoffe, dass die Patientin wieder gesund werde.

Primarius Berthold Kepplinger vom neuropsychiatrischen Landesklinikum Mauer berichtete Erfreuliches zum Gesundheitszustand jener Familienmitglieder, die seit 24 Jahren bzw. seit ihrer Geburt ohne Tageslicht eingesperrt gewesen waren: Die Lichtempfindlichkeit bessere sich, ebenso das Hautkolorit und die Raumorientierung der Kinder.

Erste Schritte in normalen Alltag
Laut Kepplinger habe die heute 42-Jährige von ihrem Vater verlangt, ihr und den Kindern Vitamin-D-Präparate und eine UV-Lampe in das völlig fenster- und öffnungslose Verlies zu bringen. Der Fünfjährige fasziniere durch Witz und Kontaktfreudigkeit, so Kepplinger.

Die Familie wachse langsam zusammen, schilderte er den von der Klinik ermöglichten Tagesablauf eines "normalen" Lebens: Mutter und Großmutter bereiten gemeinsam Frühstück und Abendessen zu, die Kinder "bauen" ihre Betten.

Der Arzt überbrachte den Dank der Familie für die unglaubliche Anteilnahme. Gleichzeitig äußerte er den dringenden Appell, der Familie Zeit und Ruhe zu lassen. (apa/red)

5.5.2008 16:19