Ermittler entdeckten weiteren Zugang zum Verlies: Zweiter Eingang wurde stillgelegt
- Gefängnis mit insgesamt acht Türen abgesichert
- PLUS: Ende der Ermittlungen am Tatort in Sicht

·Josef F. in U-Haft
"ruhig und gefasst"
Verzichtet auf tägliche Bewegung im Freien
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Hier mussten Elisabeth F. und ihre Kinder leben
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·Josef F. schon seit 1960ern amtsbekannt
Strafakt mit schweren Delikten in Linz entdeckt
Im Inzest-Fall von Amstetten haben die Ermittler am Tatort einen weiteren Zugang entdeckt. Das teilte Oberst Franz Polzer, Leiter des Landeskriminalamtes NÖ, in Zeillern bei der nunmehr fünften Pressekonferenz zur Causa mit. Insgesamt war das rund 55 Quadratmeter große Gefängnis damit mit acht versperrbaren Türen abgesichert, zusätzlich mit einer elektronischen Sicherung.
Der 35 Quadratmeter große Kernbereich des Verlieses, in dem die Gefangene ihre ersten Jahre verbringen musste, wurde offenbar um 1978 im Zuge des bis 1983 realisierten Zubaues zum Altbau mitgeplant. Der gut verborgene Zugang war eine Sicherheitsschleuse. Er bestand aus einem Betonklotz mit Stahl- sowie Absperrtür. Als Kinder auf die Welt kamen, wurde es zunehmend eng, der Verdächtige schuf Durchbrüche für die Erweiterungen. Der ursprüngliche Durchgang, erreichbar durch einen Technikschacht, dürfte zunehmend schwerer zu öffnen gewesen sein, weshalb die von den Kriminalisten vor einer Woche entdeckte Türe geschaffen wurde.
Tatort-Ermittlungen enden diese Woche
Die Ermittlungsarbeiten am Tatort werden indes noch in dieser Woche abgeschlossen. Weiters werden Befragungen im Umfeld des Verdächtigen geführt, verwies Prucher auf insgesamt mehr als 100 Mieter, die im Lauf der Jahre in dem Mehrparteienhaus des Verdächtigen gewohnt hatten. Es gehe darum, das Privatleben des 73-Jährigen zu rekonstruieren, Beweise zur restlosen Aufklärung des Falles zu sammeln und der Justiz ein umfangreiches Bild zu liefern.
Die Ermittler würden jedem Hinweis nachgehen, die Aussagen allerdings nach Relevanz bewerten. Höchste Bedeutung hätten die Ereignisse ab 1984, als das Opfer in den Keller gesperrt und vergewaltigt wurde, so Polzer. In Medien veröffentlichte Erinnerungen von Mietern, ob sie Klopfgeräusche hörten oder nicht, wären nur dann interessant, wenn damals eine Anzeige erfolgt wäre. Dasselbe gelte für Berichte über Vergewaltigungen durch den Vater lange vor der Gefangennahme. (apa/red)
