Josef F. sitzt in Untersuchungshaft: Insasse
zeigt sich 'ruhig, gut orientiert und gefasst'
- Verzichtet auf Recht auf tägliche Bewegung im Freien
- Anstaltsleiter: Mit Zellenkollegen klappt es "sehr gut"

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Josef F., der seine Tochter und seine Inzest-Kinder jahrelang in einem Verlies gefangen gehalten haben soll, gibt sich in der Justizanstalt St. Pölten in Untersuchungshaft nach wie vor als "problemloser Insasse: Er ist ruhig, gut orientiert, gefasst", berichtete Leiter Oberst Günther Mörwald im APA-Gespräch. Auf den einstündigen Hofspaziergang pro Tag verzichte F. aber: "Er will zur Zeit nicht raus."
Der Verdächtige sei nach wie vor zusammen mit einem zweiten Insassen in einem Haftraum untergebracht - daran soll sich vorerst auch nichts ändern: "Es klappt sehr gut. Wir haben natürlich auch mit dem Mithäftling gesprochen. Er meinte, er habe keine Probleme damit", so der Oberst. Ansonsten werde der Verdächtige weiterhin abgeschottet von den restlichen Insassen - insofern habe es auch noch keine Gewalttätigkeiten ihm gegenüber gegeben: "Das ist ein nicht kalkulierbares Risiko, das wir nicht eingehen."
Keine Beschränkungen
Josef F. unterliege bisher keinen Beschränkungen: "ganz üblicher Standard", erklärte der Leiter. Wie auch den anderen Insassen stünden ihm Fernsehen, Radio und Lesestoff zur Verfügung - ob der Verdächtige das Angebot auch nützt, konnte Mörwald nicht sagen. Seinen Anspruch auf tägliche Bewegung im Freien - die er alleine oder mit seinem Mithäftling verbringen kann - nehme er zur Zeit nicht in Anspruch, so der Oberst. "Sein Essen nimmt der Insasse im Haftraum ein, das ist so üblich."
Zuvor untersuchte ein weiterer, anstaltsexterner Psychiater den Häftling auf suizidale Tendenzen - demnach sollen bei Josef F. keine vorliegen. Das schriftliche Ergebnis bekomme er aber erst, betonte Mörwald. Der Leiter berichtete auch von Medienanfragen "rund um die Uhr" zum Häftling: Dass in diesem Fall so starkes Interesse vorhanden sei, "kann man sich vorstellen".
(apa/red)
