Sonntag, 11. Mai 2008

Neuregelung der Verschreibungspraxis: Ab 2011 soll Arzt nur noch Wirkstoff festlegen

  • Apotheke wählt dann jeweils günstigstes Medikament
  • 'Aut idem'-Regelung: Ausnahme für chronisch Kranke

Die "Aut idem"-Regelung bei der Verschreibung von Medikamenten kommt laut Gesundheitsministerin Kdolsky frühestens 2011. "Aut idem" bedeutet, dass der Arzt nicht mehr ein bestimmtes Medikament verschreibt, sondern nur noch den benötigten Wirkstoff. Der Apotheker gibt dann das jeweils günstigste Medikament mit diesem Wirkstoff ab. "All das will gut vorbereitet sein", so Kdolsky.

Außerdem wird es laut Kdolsky Ausnahmen geben: Chronisch Kranke sollen durchgängig das selbe Medikament erhalten und in begründeten Fällen können Ärzte weiterhin ein bestimmtes Präparat verschreiben. Die "Patientenquittung" lehnt Kdolsky wegen hoher Verwaltungskosten ab, dafür soll die derzeit nur einmal jährlich verschickte Kosten-Aufstellung für die Versicherten öfters versandt werden.

Festhalten will die Ministerin, so heißt es im "Kurier", am Plan, im "Notfall" Einzelverträge mit den Ärzten abschließen zu können, wenn die Vertragsverhandlungen mit der Ärztekammer scheitern: "Sollten sich Kassen und Ärzte bei Tarif-Verhandlungen wider Erwarten nicht einigen, können mit einzelnen Ärzten Verträge abgeschlossen werden, um in dieser Situation die medizinische Versorgung der Patienten weiter zu gewährleisten." Der Reform-Entwurf solle am Dienstag in Begutachtung gehen. (APA/red)

11.5.2008 15:48