Geladene Stimmung bei Erste Bank-Treffen:
Aktionär bewaffnet bei Hauptversammlung
- Mit Anzug, Krawatte & Schießeisen im Austria Center
- Waffenträger verteidigt sich: "Pistole ist immer mit"
Hektische Minuten gab es unmittelbar vor Beginn der Jahreshauptversammlung der börsenotierten Erste Bank im Austria Center Vienna. Einem Kleinaktionär in Anzug und Krawatte wurde an den Sicherheitsschleusen eine geladene und entsicherte Pistole abgenommen. Die Waffe (eine "Walther 635") wurde der Polizei übergeben.
Es war aber nicht das erste Mal, dass ein Aktionär die Erste-HV mit einem Schießeisen in der Tasche besuchen wollte. Voriges Jahr war ebenfalls bei der Jahres-Aktionärsversammlung des Instituts einem - anderen - Teilnehmer von der Security am Aufgang zum Saal ein Revolver abgenommen worden.
Scharfe Sicherheitsvorkehrungen
Erste-Bank-Aufsichtsratschef Heinz Kessler selber hatte die scharfen Sicherheitsvorkehrungen zur heutigen HV verteidigen müssen. Ein Teilnehmer hatte bald nach Beginn in der Debatte heftig kritisiert, dass sogar sein Bleistift und seine Medikamentendose genau untersucht wurden und Aufschluss über den hohen Sicherheitsaufwand verlangt.
Bankpräsident Kessler erläuterte, dass die scharfen Sicherheitskontrollen eine Anordnung von ihm als Hauptversammlungsvorsitzenden waren. Wie notwendig die seien, zeige "dass wir heute wieder jemandem eine Pistole abnehmen konnten". Damit rechtfertigte Kessler auch Nervosität des für die Sicherheit zuständigen Personals. Die genauen Checks hatten den Beginn der Versammlung von mehr als 1.300 anwesenden Aktionären etwas verzögert. In der HV selbst öffentlich bekanntgegeben wurde der Waffenfund erst nach eingehender Diskussion in den Erste-Organen.
Der Waffenträger hätte sich damit verteidigt, dass er seine Pistole "immer bei sich" habe. Und er habe die Waffe bereitwillig abgegeben, hieß es am Rande der HV zur APA. Ob es einen Waffenschein dazu gibt, wird behördlich geklärt.
(apa/red)
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