Schwacher EURO-Tourismus: Trotz EURO-
Fieber bleiben in Wien viele Hotelbetten leer
- FORMAT: Profitiert nur der Billig-Tourismus von Fans?
- Außerhalb Wiens läuft das Geschäft deutlich besser

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In Österreich grassiert das EURO-Fieber, der Billig-Tourismus brummt bereits. Doch die Hotelerie klagt. Viele Betten bleiben leer. Vielleicht, weil sie zu teuer sind?
Ende April ist es in der Halle 10 am Wiener Messegelände noch ziemlich ruhig und außergewöhnlich leer, doch schon kurz nach dem Tag der Arbeit ist es damit wohl vorbei. Aus dem Komplex wird nämlich das sogenannte Fan-Camp. Während der EURO sollen hier täglich bis zu 3.000 Menschen übernachten, in großen Vierer-Schlafkojen, einigermaßen getrennt nach Nationalitäten und zumindest offiziell auch nach Geschlecht. Und dass es im Camp neben einem Bäcker, einem Friseur und einem Gesichter-Flaggen-Maler auch noch eine kostenlose Gamezone mit Wuzeltischen, Xbox und Fußballkäfig gibt, zeigt, welche Klientel hier angesprochen wird: Fans, die nicht mehr als 38 Euro pro Nacht für einen Schlafplatz ausgeben wollen. Das Fan-Camp ist mit diesem Preis wohl eine der günstigsten Übernachtungsmöglichkeiten während der EURO.
Am 9. Juni geht es nun also auch wirklich los mit dem größten Sportereignis der österreichischen Geschichte. Und während in der Öffentlichkeit, in den Medien und der Werbung, allmählich doch noch eine EURO-Phorie ausbricht, gibt es mittlerweile auch schon einige Pessimisten. Knapp ein Monat vor Beginn der EURO klagen immer mehr Hoteliers über eine schlechte Buchungslage. Vor allem Wien ist davon besonders betroffen, sagt etwa die Präsidentin der Wiener Hoteliers-Vereinigung Michaela Reitterer.
Bundesländer besser.
Einen Rückgang der Buchungen wie in Wien können die drei anderen österreichischen EURO-Städte zwar nicht feststellen - aber schließlich ist der Juni weder in Salzburg noch in Innsbruck und Klagenfurt traditionelle Hochsaison.
Bis zu 1,9 Millionen kommen.
Bloß, woran liegt das: Kommen wirklich weniger Fans nach Österreich, als anfangs erwartet wurde? Oder liegt die schlechte Buchungslage an den Hotels selbst?
Das Fan-Camp in der Messehalle ist ebenfalls bereits jetzt zu 20 Prozent ausgebucht, sagt Geschäftsführer Michael Mutz. Seine Gäste kommen aus nahezu allen EM-Teilnehmerländern, aber auch aus den USA und Japan. Und im Gegensatz zu den Top-Hotels wird sein Fan-Camp das Kerngeschäft erst sehr kurzfristig machen - dann, wenn klar ist, welche Länder in Wien die KO-Spiele austragen.
Und ob dann kurzfristig auch noch für die Top-Hotels ein Geschäft zu erwarten ist? Otto Wiesenthal, Eigentümer der kleinen Nobelherberge Altstadt Vienna, bezweifelt das: "Das Problem ist, dass in Wien einfach während der EURO ein überhöhtes Preisniveau herrscht. Viele wollen mit der EURO zusätzlich verdienen. Und genau das funktioniert nicht."
Die ganze Story lesen Sie im FORMAT Nr. 18/2008
