NEWS: Branchenkampf um Netrebko und Garanca entbrannt - IMG klagt Universal
- Klageschrift gegen renommierte Künstlermanager
- Vanderveen und Seipt sind jetzt für Universal tätig

Garanca und Netrebko verließen mit ihrem Agenten einen Management-Multi. Nun tobt der Kampf der Klassikgalaxien: IMGA vs. Universal Music.
Die beiden Damen verkörpern quasi in Personalunion die verbliebenen Machtressourcen der Klassik-Industrie: Glamour, Massengängigkeit bis in Stadien und Stadthallen, multimediale Präsentierbarkeit zwischen Oper, Konzert, CD, DVD, Film und Fernsehen, beträchtlichen Marktwert als Werbeträger, und das alles nicht im dubiosen Segment der Bocellis und Vanessa Maes, sondern auf künstlerisch sublimem Niveau. So ist es fast schon das Mindeste, dass um Anna Netrebko, 36, und Elina Garanca, 31, im Alarmfall ein Krieg der Galaxien entbrennt. Der Alarmfall ist eingetreten, zumindest aus der Sicht des Branchenriesen IMGA (International Management Group Artists): Deren Senior Vice President Jeffrey Vanderveen, Geschäftsführer der in London ansässigen Vocal Division Europe, hat das Unternehmen verlassen. Mit ihm ging nicht nur der Österreicher Manfred Seipt, Chef der Attractions Division. Mit ihm gingen auch die Premium-Klientinnen Netrebko und Garanca. Wohin?
Die Manager seien angeblich von der Universal Music Group abgeworben worden, um deren Veranstaltungsaktivitäten abseits des Plattengeschäfts zu befördern, meldet das Magazin Classical Music. Das wollte IMGA nicht auf sich beruhen lassen: Beim Supreme Court von New York ging eine 25-seitige Klage gegen Vanderveen, Seipt und Universal Music, im Besonderen deren Angestellten Christopher Roberts, ein. Der Ton ist melodramatisch, als zöge man gegen die internationale Dachorganisation der Cosa Nostra vor Gericht.
Vanderveen und Seipt, die u. a. im vergangenen Sommer eine von Anna Netrebko und Elina Garanca angeführte Starparade durch Deutschland schickten, hätten unter multiplem Vertragsbruch die Gründung einer Konkurrenzfirma betrieben, um IMGA Ressourcen zu stehlen. Universal Music, mit Labels wie DG und Decca Weltmarktführer im Musikgeschäft, war bisher wichtigster Partner der multimedialen Aktivitäten von IMGA. Ein nachdrückliches Beispiel ist die aktuelle Serie konzertanter Aufführungen von Bellinis I Capuleti e i Montecchi mit Netrebko und Garanca im Wiener Konzerthaus: IMGA war Mitveranstalter, und die ganze Produktion diente wesentlich dem CD-Mitschnitt durch DG. Nun aber habe Universal in der Gestalt von Christopher Roberts im Wissen um die Ungesetzlichkeit dieses Vorgehens durch Maßnahmen Handlungen gesetzt, um in die Rechte von IMGA einzugreifen und wissentlich Vertragsbruch zwischen Vanderveen, Seipt und IMGA herbeizuführen.
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