Chemiker und Exilösterreicher: Djerassi erwägt in NEWS Rückkehr nach Österreich
- "Vater der Pille" schenkt Albertina wertvolle Bilder
Der Chemiker und Exilösterreicher Carl Djerassi, 84, schließt die Rückkehr nach Österreich siebzig Jahre nach seiner Vertreibung nicht mehr aus. Das erklärt er in einem Interview für die aktuelle NEWS-Ausgabe. Djerassi, der die "Pille" und die künstliche Herstellung von Cortison entdeckte, ist auch einer der bedeutendsten Kunstsammler Amerikas. Die Hälfte seiner Paul-Klee-Sammlung geht nun als Schenkung an die Albertina, wo die Bilder ab 9. Mai ausgestellt werden. Djerassi beziffert den Wert der Schenkung im NEWS-Interview auf 10 bis 12 Millionen Dollar.
Die Rückkehr nach Österreich schließt er nicht mehr aus: "Um meinen achtzigsten Geburtstag war ich zur Wiedereröffnung der Albertina in Wien. Ich war sehr beeindruckt, hörte Direktor Schröder und die Politiker reden. Ich dachte, wenn hier Bush so einen Vortrag hielte, würde er Monkey statt Munch sagen. Dann beschloss ich, der Albertina meine Skulptur von George Rickey zu schenken. Das war der Beginn meiner Versöhnung mit Österreich. Kurz darauf gab man mir auch die Staatsbürgerschaft (...) Ich lernte Schröder kennen. Er gefiel mir, mittlerweile sind wir Freunde. Die Albertina ist ein sehr gutes Museum, aber sie hat keine Klee-Sammlung. Ich dachte, meine Bilder könnten einen wichtigen Einfluss auf die Sammlung haben. Ich wollte auch, dass es einen Austausch zwischen dem Museum in San Francisco und der Albertina gibt. Und den gibt es jetzt auch. Ab 2009 werden Wechsel-Ausstellungen von Werken Klees in Wien und San Francisco gezeigt."
Und auf die Frage nach der Heimkehr: "Eigentlich habe ich keine Heimat. Wenn man die wirkliche Heimat verliert, kann man sie nicht zurückbekommen. Man fühlt sich nirgendwo mehr zu Hause. Man kann andere Wohnorte finden, aber nicht mehr die Heimat. Ich habe eine Wohnung in San Francisco und eine in London. Ich kann mir vorstellen, eine Wohnung in Wien zu mieten. Aber da müsste ich eine Frau kennenlernen. (lacht) Das könnte aber auch in Berlin sein oder in einem Land, dessen Sprache ich verstehe. (...) Ich reise aber immer mit meinem österreichischen Pass. Ich bin so ein Anti-Bush-Mann, dass ich meinen amerikanischen Pass in Europa gar nicht gebrauchen möchte."
Den ganzen Artikel lesen Sie im NEWS 18/08!
