Dienstag, 29. April 2008

NEWS: Branchenkampf um Netrebko und Garanca entbrannt - IMG klagt Universal

  • Klageschrift gegen renommierte Künstlermanager
  • Vanderveen und Seipt sind jetzt für Universal tätig

Um Anna Netrebko und Elina Garanca, zwei der begehrtesten Opernsängerinnen der Gegenwart, ist ein Kampf der Agentur-Giganten entbrannt. Das meldet NEWS in seiner aktuellen Ausgabe. Die Firma IMGA (International Management Group Artists) hat bei Supreme Court in New York Klage gegen ihre früheren Spitzenkräfte Jeffrey Vanderveen und Manfred Seipt und gegen den CD-Weltmarktführer Universal Music Group eingebracht. Universal wird dabei bezichtigt, Vanderveen und Seipt zum Vertragsbruch bewogen zu haben.

Der Hintergrund: Vanderveen, einer der besten, renommiertesten und erfolgreichsten Künstlermanager der Welt, hat das "Wunder Netrebko" auf den Weg gebracht und auch Garancas Potenzial frühzeitig erkannt. Der Österreicher Seipt, Chef der "Attractions Division" von IMGA, kooperierte dabei eng mit Vanderveen. Hauptpartner im Ton- und Bildträgerbereich war Universal mit dem Spitzenlabel DG. Nun aber haben sich beide Manager von IMGA getrennt und sollen laut Branchengerücht für Universal, die sich damit neue Ressourcen erschlösse, eine eigene Veranstaltungs-Sparte auf den Weg bringen.

Der Clou: Mit Vanderveen und Seipt verließen Netrebko und Garanca IMGA.

Die NEWS vorliegende Klageschrift fährt schwere Geschütze auf: "Der Prozess entspringt einem illegalen und betrügerischem Plan der Angeklagten, wertvolles Eigentum, das auch eine Anzahl von hochkarätigen Musik-Klienten beinhaltet, von IMGA zu stehlen", heißt es da, ohne die beiden Sängerinnen explizit beim Namen zu nennen. Und: "Vanderveens Handlungsweise ist eine arglistige, vorsätzlich böswillige und wird es auch weiter sein. Er handelte mit Heimtücke gegen IMGA, in bewusster Missachtung der Rechte."

Von den Managern gefordert werden die Retournierung aller aus angeblich illegalen Aktionen lukrierten "Profits", die Rückzahlung von Gehältern, Honoraren und Gewinnen. Das Gericht soll IMAG ferner Schadenersatz in Maximalhöhe zusprechen.

Die Beklagten sprechen derzeit nicht in der Öffentlichkeit. Doch der auf Fälle aus dem Kunstbereich spezialisierte amerikanische Star-Anwalt William Maselli beurteilt in NEWS die Faktenlage skeptisch: "Es scheint, als würde IMGA in diesem Fall auf emotioneller Ebene reagieren. Die Tätigkeiten, die sie einklagen, sind grundsätzlich anerkannte Praxis in der Musikindustrie. Sie haben nur eine geringe Chance, in diesem Fall etwas zu erreichen."

Alle zur Story lesen Sie im NEWS Nr. 18/2008

29.4.2008 13:32