Verhandlungen hinter den Kulissen: ÖIAG will Al Jaber bei AUA wieder an Bord holen
- 150-Millionen-Euro-Geldspritze für Fluglinie geplant
- Aktionäre müssen Kapitalerhöhung noch absegnen

·"profil": Al Jaber sagt AUA-Engagement ab
Investor erhebt schwere Vorwürfe gegen Ötsch
·Luftfahrt: "Karten werden neu gemischt"
AUA-Chef Alfred Ötsch
im NEWS-Interview
Mit Verhandlungen hinter den Kulissen hat die ÖIAG versucht, den arabischen Milliardär Al Jaber doch noch dazu zu bewegen, sich an sich an der geplanten 150-Millionen-Euro-Geldspritze für die AUA zu beteiligen. Al Jaber soll über eine Kapitalerhöhung einsteigen, eine Maßnahme, die die AUA-Aktionäre absegnen sollen. Laut "profil" will Al Jaber einen Rückzieher machen.
Der Milliardär fühlt sich laut dem Nachrichtenmagazin aber nicht mehr an die vertragliche Abmachung gebunden. Laut einem Brief seiner Anwälte fühlt er sich durch eine "offenkundig unrichtige" Darstellung der Unternehmensentwicklung "bewusst in die Irre geführt". Dadurch werde dem Deal "jegliche Grundlage entzogen". Der aktuelle Kurs der AUA-Aktie liegt massiv unterhalb des vereinbarten Einstiegskurses von 7,1 Euro, nämlich bei rund 4 Euro.
ÖIAG und AUA betonen einerseits, dass sich Al Jaber juristisch verbindlich zum Einstieg verpflichtet habe. Die Verträge mit Al Jaber sollen sogar ausdrücklich zwei Klauseln enthalten, die einen Ausstieg wegen des Aktienkurses oder des "Marktumfelds" ausschließen. Andererseits versucht man, in Verhandlungen zu einer gütlichen Einigung zu kommen. ÖIAG-Sprecherin Bauer bestätigte auch die laufenden Verhandlungen, wollte aber nicht sagen, ob diese sich primär um eine Reduktion des Einstiegspreises drehten.
Auch wie lange die Verhandlungen noch andauern können, will man in der ÖIAG nicht sagen. Spätestens am 7. Mai sollen die AUA-Aktionäre jedenfalls die für den Einstieg Al Jabers nötige Aufstockung beschließen.
Die AUA hatte vor wenigen Tagen mit der Bekanntgabe eines Quartalsverlusts von 60 Millionen Euro geschockt, in der Branche soll mit einem zu erwartenden AUA-Jahresverlust von bis zu 200 Mio. Euro spekuliert werden.
(apa/red)

