Erste Bank: Rekord bei Nettogewinn trotz Abwertungen von fast 108 Millionen Euro
- Erste Bank übersteht Finanzkrise mit "blauem Auge"
- Bank-Chef Treichl will 2008 sogar 20 Prozent zulegen
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Mit einem blauen Auge ist die österreichische Erste Bank vorerst aus der internationalen Finanzkrise hervorgegangen. Den Abwertungen von 108 Millionen Euro steht ein Nettogewinnanstieg von 4,5 Prozent gegenüber. Erste Bank-Chef Andreas Treichl hält an seiner Gewinnprognose für 2008 fest: Ein Plus von 20 Prozent.
Finanzkrise kostet Erste Bank im Quartal 107,8 Mio. Euro Abwertungen
Bei der börsenotierten Erste Bank ist durch die Finanzmarktkrise der Wertberichtigungs- und Abwertungsbedarf auf Wertpapiere und strukturierte Finanzprodukte im ersten Quartal 2008 so hoch gewesen wie im ganzen Geschäftsjahr 2007. Dennoch stieg der Nettogewinn im Erstquartal im Jahresvergleich um 4,5 Prozent auf 315,6 Mio. Euro an. Vorstandschef Andreas Treichl bleibt bei seiner Prognose: Im gesamten Jahr 2008 soll der Nettogewinn zumindest um 20 Prozent steigen, im kommenden Jahr um mindestens 25 Prozent.
Auf 107,8 Mio. Euro bezifferte die Erste Bank am Mittwoch zur Vorlage der Quartalszahlen von Jänner bis März 2008 die ergebnis- und bilanzwirksamen Belastungen aus der internationalen Finanzmarktkrise. 32,8 Mio. Euro belasteten dabei die Gewinn- und Verlustrechnung, weitere 75 Mio. Euro Abwertung belasteten das Eigenkapital.
Das von der internationalen Krise gebeutelte Portfolio an strukturierten Produkten (ABS, CDO etc.) sank seit dem Ultimo von 3,4 Milliarden auf nun rund 3 Mrd. Euro, durch Tilgungen und wegen schwächerer Dollar- und Pfundkurse.
Rekord bei Betriebsergebnis
Operativ sieht sich die Bank stark unterwegs: Mit 766 Mio. Euro (plus 25,1 Prozent) gab es im Auftaktquartal beim Betriebsergebnis einen neuen Rekord, teilte der Vorstand heute mit. Dies, obwohl das Handelsergebnis wegen des schlechten Marktumfelds um mehr als ein Drittel eingebrochen ist.
Der Periodenüberschuss vor Steuern wuchs nur um 3,8 Prozent auf 494,5 Mio. Euro. Trotz der kräftigen Wertberichtigungen erreichte der Konzernüberschuss nach Steuern und Fremdanteilen (Nettogewinn) mit 315,6 Mio. Euro nach 302,1 Mio. Euro (plus 4,5 Prozent) aber den zweithöchsten je erzielten Quartalswert, teilte die Bank am Dienstag früh weiter mit.
Bilanzsummer stieg um 2 Prozent
Die Bilanzsumme der Erste Bank-Gruppe stieg von 200,5 Mrd. Euro zum Jahresende 2007 um 2 Prozent auf nun 204,5 Mrd. Euro per 31. März 2008. Rund 2,3 Mrd. Euro dieses Bilanz-Zuwachses entfielen auf die seit Jahresende 2007 erfolgte Erweiterung des Konsolidierungskreises durch den Beitritt von weiteren vier heimischen Sparkassen zum Haftungsverbund. (apa/red)

