"Versuchen, ersten 6 Spiele zu gewinnen":
DFB-Teamchef steckt für EURO hohe Ziele
- Jogi Löw geht ohne "Negativ-Strategie" ins Rennen
- Manager Bierhoff sieht Halbfinale als Minimalziel an

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Österreich - Kroatien - Deutschland - Polen
Deutschlands Fußball-Teamchef Joachim Löw mag sich etwas mehr als einen Monat vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz kein Rücktritts-Szenario ausmalen, wie es seine Vorgänger Rudi Völler und Erich Ribbeck bei den bisher letzten zwei EM-Turnieren erlebt haben. "Also, sich über so etwas Gedanken zu machen, verwerfe ich total. Ich habe keine Negativ-Strategie", betonte Löw.
Der Nachfolger von Jürgen Klinsmann will bei der EURO-Endrunde vom 7. bis 29. Juni vielmehr einen Positiv-Plan realisieren: "Meine Strategie ist ganz einfach: Wir versuchen, die ersten sechs Spiele bei der EM zu gewinnen.", erwähnte er in einem Leser-Forum der "Bild am Sonntag".
Dann wäre Deutschland nach 1972, 1980 und 1996 zum vierten Mal Europameister.
Teamchef fiebert EM entgegen
Für den angestrebten EM-Triumph müsste aber alles optimal laufen. "Nur, wer in der Lage ist, alle sechs Spiele auf Top-Niveau zu spielen, wird Europameister", meinte der 48-jährige Löw bei einem gemeinsamen Auftritt mit DFB-Teammanager Oliver Bierhoff im ZDF-Sportstudio. Seinem ersten großen Turnier als DFB-Chefcoach, auf das "wir zwei Jahre hingearbeitet haben", fiebert Löw von Tag zu Tag mehr entgegen: "Es wird Zeit, dass es beginnt."
Bierhoff: "Mindestziel ist Halbfinale"
Bierhoff erklärte in einem Interview mit "Spiegel online" das WM-Abschneiden 2006 zum Maßstab für die EM. "Unser Mindestziel ist das Halbfinale", sagte der 40-Jährige. Der Teammanager erinnerte aber daran, dass die Nationalmannschaft seit seinem "Golden Goal" im Finale gegen Tschechien beim letzten Titelgewinn 1996 in England kein EM-Endrunden-Spiel mehr gewonnen hat. Für Löws Vorgänger Ribbeck (2000) und Völler (2004) war nach dem sieglosen Vorrunden-K.o. jeweils Schluss.
Löw ist "überzeugt" davon, dass es in der Vorrunden-Gruppe mit Polen, Kroatien und Gastgeber Österreich mindestens zu Rang zwei und damit dem Einzug ins Viertelfinale reichen wird. Bei der Nominierung seines EM-Kaders erwägt er mit seinem Stab allerdings immer intensiver den Gedanken, den Kampf um die 23 Plätze doch noch bis zum EM-Testspiel gegen Weißrussland am 27. Mai in Kaiserslautern auszuweiten.
Definitive Kaderentscheidung am 28. Mai
"Wir haben uns vorgenommen, dass wir bis zum 16. Mai eine definitive Entscheidung treffen, wie der Kader aussieht. Aber da einige Spieler jetzt verletzt waren oder auch angeschlagen sind, haben wir intern diskutiert, ob wir den einen oder anderen Spieler mehr ins Trainingslager nach Mallorca mitnehmen, um dann definitiv am 28. Mai zu entscheiden, wenn die Meldefrist bei der UEFA abläuft", erläuterte Löw.
Er würde damit auf den Spuren von Franz Beckenbauer wandeln. Der "Kaiser" hatte als bisher letzter DFB-Teamchef vor der Weltmeisterschaft 1990 in Italien erst in der Vorbereitung seine Auslese beendet: Holger Fach war vor 18 Jahren derjenige, der aus dem damals noch 22 Spieler umfassenden WM-Kader gestrichen wurde.
Löw ortet Defizite in deutscher Liga
Zum klar verpassten Einzug des FC Bayern München ins UEFA-Cup-Finale meinte Löw im ZDF-Sportstudio: "Fakt ist, dass seit sechs Jahren kein deutscher Verein mehr in einem europäischen Finale war. Das muss alle anregen nachzudenken, was können wir optimieren. Nur gemeinsam können wir es schaffen, dass deutsche Vereine oder die Nationalmannschaft dauerhaft zur Weltspitze gehören."
Löw will dabei keineswegs die Philosophie der Nationalmannschaft "auf die Vereine überstülpen". Allerdings sieht er klare Defizite im gesamten deutschen Fußball, insbesondere beim Spieltempo. "Im Spiel ohne Ball müssen wir uns alle noch steigern, um dauerhaft in der Weltspitze zu sein. Es ist nicht nur eine optische Täuschung, wenn in England schneller gespielt wird", bemerkte Löw. (apa/red)
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