Mittwoch, 30. April 2008

Zweite Fußball-Saison ohne Titel in Folge:
ManU beendet große Ära des FC Barcelona

  • Trainer Rijkaard stellt Position aber nicht infrage
  • Lob für ManU-Defensive und Torschütze Scholes

Manchester United hat dem FC Barcelona eine zweite titellose Fußball-Saison in Folge beschert. Im Lager der Katalanen herrschte nach der 0:1-Niederlage im Halbfinal-Rückspiel der Champions League in Manchester die große Ernüchterung. In Spanien wird ein Umbruch gefordert. Dennoch will Trainer Frank Rijkaard seine Position nicht infrage stellen. "Ich habe nicht die Intention, zu gehen. Der Club und das Team brauchen Unterstützung", betonte der Niederländer.

"Dieses Barca ist zu Ende", titelte die Sportzeitung "Marca". "Old Trafford hat einen tristen Schlusspunkt hinter eine der glanzvollsten Epochen der jüngsten Barca-Geschichte gesetzt", ergänzte "El Mundo". 2006 hatte Rijkaard Barcelona noch zum Triumph in der Königsklasse geführt, nach nur einem Sieg in neun Ligaspielen drohen die Katalanen nun sogar in die Qualifikation zu müssen. Eine Ära scheint trotz des unvergleichlichen Staraufgebots zu Ende zu gehen.

Ronaldinho auf dem Abstellgleis in Richtung Mailand, Samuel Eto'o und Thierry Henry schwerfällig wirkend und alles andere als in Topform. Lediglich Jungstar Lionel Messi und der Portugiese Deco vermochten die beeindruckend starke ManU-Defensive ansatzweise vor Probleme zu stellen. Zwingende Chancen gab es aber nicht wirklich. "Unsere Abwehr war der Schlüssel", erklärte ManU-Trainer Alex Ferguson. "Wir verdienen es, im Finale zu sein."

"Paul of Fame"
Lobeshymnen intonierte Ferguson aber auch auf Matchwinner Paul Scholes, dem er für das Endspiel einen Einsatz garantierte. "Er ist einer der größten Spieler, der den Club durchlaufen hat", sagte der Schotte über den zurückhaltenden 33-Jährigen aus der eigenen Jugend. "Paul of Fame", schrieb die Boulevardzeitung "The Sun". Scholes selbst aber hasst das Rampenlicht und verweigerte auch nach einem der wichtigsten Tore seiner Karriere alle Interviews.

Ferguson und Scholes hatten im "Treble"-Jahr von 1999 bereits gemeinsam die Champions League gewonnen. 2008 könnten es zumindest zwei Titel werden. In der Meisterschaft liegt ManU zwei Runden vor Schluss punktegleich mit Chelsea an der Spitze. Ins Endspiel des wichtigsten Europacup-Bewerbes hatte Ferguson die "Red Devils" zum dritten Mal in ihrer Clubgeschichte und zum zweiten Mal in seiner mittlerweile 22-Jährigen Amtszeit geführt - genau 40 Jahre nach dem ersten ManU-Triumph im Meistercup.

Ronaldos Zukunft unklar
Sein erstes Endspiel in der Königsklasse bestreitet dagegen ManU-Superstar Cristiano Ronaldo, der im Halbfinale eher blass geblieben war. Im Hinspiel hatte der Portugiese in der dritten Minute sogar einen Elfmeter vergeben. "Das ist ein ganz spezieller Moment, ein großartiges Gefühl", erklärte der 23-Jährige, der immer wieder mit Real Madrid in Verbindung gebracht wird. "Über meine Zukunft will ich aber erst nach dem Finale sprechen."

Am 21. Mai geht in Moskau erstmals ein rein englisches Champions-League-Finale über die Bühne. 2000 waren sich mit Real und Valencia bereits zwei spanische, 2003 mit dem AC Milan und Juventus Turin zwei italienische Teams im Endspiel gegenübergestanden. "Wer unser Gegner ist, spielt aber eigentlich keine Rolle", betonte ManU-Kapitän Rio Ferdinand. (apa/red)

30.4.2008 14:08