Tibets Exil-Nationalmannschaft zu Besuch in Wien: Hat keinen "antichinesischen Zweck"
- Europatour: Drei Spiele in Österreichs Hauptstadt
- Teamchef: Druck von Peking ist überall spürbar

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Die tibetische Exil-Fußball-Nationalmannschaft befindet sich derzeit auf Tour durch Europa und ist in Wien eingetroffen. Hier sollen zwei Spiele gegen Wiener Vereine und ein Spiel gegen eine Sportjournalistenauswahl stattfinden. Bei einer Pressekonferenz erklärte der Teamchef der Tibeter, Kalsan Dhandup, dass die Tour keinem "antichinesischen Zweck" diene.
"Wir sind nicht antichinesisch", sagte Dhandup auf die Frage, ob die Tour des Teams einem Signal gegen die Austragung der Olympischen Spiele in Peking im Sommer gleichkäme. Im Gegenteil, der tibetische Teamchef erhoffe sich einmal ein Fußballspiel gegen China, ähnlich den Cricket-Spielen zwischen Indien und Pakistan. Er sprach über die Probleme, die das tibetische Team auf seinen Touren bis jetzt durchgemacht hatte. "Den Druck Chinas spüren wir selbst hier in Österreich," sagte Dhandup. Aber sein Team sei in erster Linie hier, um Fortschritte im Fußball zu machen.
Tseten Zöchbauer, die Präsidentin der Tibeter-Gemeinschaft in Österreich, fügte hinzu, dass die Peking-Spiele schon eine gewisse Rolle spielten. "Ein olympischer Fackellauf käme einer Verhöhnung gleich", meinte Zöchbauer, da dies ein Symbol des Friedens sei und in China im Moment "kein Frieden" herrsche. Das Argument der Trennung von Sport und Politik halte sie für eine "lauwarme Ausrede". Für sie seien die Olympischen Spiele ein Möglichkeit, das Problem Tibet in die Medien zu tragen. Es bleibt offen, ob nach den Spielen wieder das "große Schweigen" in den Medien ausbreche, berichtete ein Spieler des Teams.
Die als "Forbidden Team" bekannte Nationalmannschaft Tibets besteht aus Exiltibetern, die zum Großteil in Indien leben. Abgesehen von Teamchef Danhup haben sie Tibet noch nie gesehen. (apa/red)
