Sonntag, 4. Mai 2008

Mini-Erfolg für Obama auf Guam: Schlug Gegenkandidatin Clinton um sieben Stimmen

  • Symbolischer Rückenwind für nächste Vorwahlen
  • Kopf-an-Kopf-Rennen der Demokraten geht weiter

Das Rennen zwischen Hillary Clinton und Barack Obama um die Kandidatur fürs Weiße Haus wird immer enger: Obama gewann mit einem Vorsprung von nur sieben Stimmen die Wählerversammlungen der Demokratischen Partei auf der Pazifikinsel Guam. Nach Auszählung aller Stimmen erhielt Obama auf Guam 2.264 Stimmen, Clinton kam auf 2.257. Die insgesamt vier Delegiertenstimmen für den Parteitag zur Nominierung des Präsidentschaftskandidaten wurden damit gleichmäßig auf beide Bewerber aufgeteilt.

Bei den Wählerversammlungen wurden aber auch Parteifunktionäre gewählt, die als "Superdelegierte" auf dem Nominierungsparteitag vertreten sind. Hierbei erzielte Obama ein Plus von einer Stimme. Obama führt jetzt einschließlich der bereits festgelegten Superdelegierten laut CNN mit 1.736 zu 1.599 Stimmen. Für die Wahl zum Präsidentschaftskandidaten sind Ende August in Denver mindestens 2.025 Stimmen erforderlich.

Keiner der beiden war auf Guam
Beide Kandidaten kamen nicht persönlich auf die abgelegene Insel, die von den USA als Luftwaffenstützpunkt genutzt wird. Obama sagte nach seinem Abstimmungssieg, er werde sich künftig um die Bedürfnisse der Bevölkerung von Guam kümmern. Die Bewohner der westpazifischen Insel sind bei der Präsidentenwahl am 4. November nicht wahlberechtigt.

Vorwahlen in North Carolina und Indiana
Wichtiger als Guam sind die Vorwahlen am Dienstag in North Carolina und Indiana. Clinton und Obama warben am Sonntag vor allem um die Stimmen der Arbeiterhaushalte, denen die Analysen vor der Wahl eine möglicherweise entscheidende Rolle einräumen. Clinton schlug vor, die Benzinsteuer im Sommer auszusetzen, um so die ärmeren Familien finanziell zu entlasten. Obama kritisierte den Vorstoß als reines Wahlkampfmanöver, das zudem auf Kosten der Arbeitsplätze in der Bauindustrie gehe - die Einnahmen aus der Benzinsteuer fließen in den USA in die Finanzierung öffentlicher Bauprojekte.

Bei der Vorwahl in North Carolina ist Obama nicht zuletzt wegen des hohen Anteils der dunkelhäutigen Bevölkerung favorisiert. Völlig offen ist hingegen der Ausgang der Vorwahl in Indiana.

(apa/red)

4.5.2008 13:57