Schüsse auf den Papst: Gab Gorbatschow Auftrag zu Attentat auf Johannes Paul II.?
- Autor verweist auf Politbüro-Beschluss dem Jahr 1979
- Hintermänner und Auftraggeber bis heute unbekannt

·FSB überwacht die
Grenze zu Südossetien
Russischer Geheimdienst
weiter in Georgien aktiv
·Gorbatschow-Auftrag zu Attentat auf Papst?
Autor: Gab Anweisungen bei Johannes Paul II.
Ausgerechnet der frühere sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow soll einer der Auftraggeber des Attentats auf Papst Johannes Paul II. im Jahr 1981 sein. Das behauptet der US-amerikanische Buchautor John O. Koehler in einem Interview mit dem polnischen Nachrichtenmagazin "Wprost". Koehler will in einem Warschauer Archiv eine entsprechende Anweisung an den Geheimdienst KGB aus dem Jahr 1979 gefunden haben, die von allen neun damaligen Politbüro-Mitgliedern der KPdSU unterzeichnet war.
Der im Jahr 1978 gewählte polnische Papst war der sowjetischen Führung ein Dorn im Auge, weil er die kommunistische Regierung in Polen ins Wanken brachte. Johannes Paul II. werden gemeinsam mit dem späteren sowjetischen Parteichef und Präsidenten Gorbatschow die größten Verdienste am Fall des Kommunismus in Osteuropa zugeschrieben. Der im Jahr 1985 an die Spitze der Sowjetunion gewählte Gorbatschow hatte mit einer Politik der Öffnung und Reform ("Glasnost" und "Perestroika") das Ende der kommunistischen Diktaturen eingeleitet.
Polnischer Aufruf zu neuen Ermittlungen
In dem Politbüro-Papier vom November 1979 heißt es nach Angaben des polnischen Magazins: "Es sind alle möglichen Mittel zu nutzen, um eine Neuausrichtung der Politik zu vermeiden, die vom polnischen Papst begonnen wurde, und wenn es notwendig ist, ist nach Mitteln zu greifen, die weiter reichen als Desinformation und Diskreditierung." Hinter dieser Formulierung verberge sich der Auftrag, den Papst zu töten, sagte Koehler. Gorbatschow hat einen Mordauftrag aber immer bestritten.
Polnische Politiker verlangen eine Prüfung des Vorwurfs. Habe Gorbatschow tatsächlich einen Todesbefehl gegen Johannes Paul II. unterschrieben, müsse er aus den politischen Salons verbannt werden, forderte der Fraktionsvorsitzende der Regierungspartei PO, Zbigniew Chlebowski, laut Medienberichten. Die Oppositionspartei PiS verlangte Ermittlungen der Moskauer Staatsanwaltschaft. Kreml- und Vatikanexperten meinen dazu, das Dokument sei schon lange bekannt.
Bislang keine Klarheit über Hintermänner
Johannes Paul II. (1978-2005) war im Oktober 1978 zum Papst gewählt worden. Im Mai 1981 verübte Ali Agca auf ihn ein Attentat auf dem Petersplatz, das der Papst schwer verletzt überlebte. Gorbatschow gehörte dem Politbüro der KPdSU ab November 1979 an. Von 1985 bis 1991 war er Generalsekretär der KPdSU sowie 1990 und 1991 Staatspräsident der Sowjetunion. Am 1. Dezember 1988 wurde Gorbatschow von Johannes Paul II. in Privataudienz empfangen. Es war die erste Begegnung eines sowjetischen Parteiführers mit einem Papst.
Über die Hintermänner und Auftraggeber des Attentats auf den Papst konnte in den in Italien geführten Prozessen keine Klarheit erzielt werden. Mehrere einander widersprechende Thesen über Beteiligung der Weltmächte, islamistischer und nationalistischer Gruppierungen kursieren bis heute. (apa/red)
Schwangere abgewiesen15:39
Baby tot: "Kein Fehler"MeduniWien legt entlastendes medizinisches Gutachten aus Deutschland vor
Costa Concordia16:54
Rekordentschädigung?US-Topanwalt verspricht jedem Opfer des Schiffsunglücks 1,5 Millionen Euro
Neues Foto von Breivik13:13
Stoischer MassenmörderNorwegen: Neues Bild zeigt Breivik unmittelbar nach dem Attentat auf der Insel Utöya.
