Sonntag, 4. Mai 2008

Rechnung für Brown nach Wahldebakel: Plant Labour-Party Revolte gegen Premier?

  • Aktivisten forderten offen Kurswechsel für die Partei
  • Reaktion auf massive Verluste bei Kommunalwahlen

Nach der schlimmsten Wahlniederlage der Labour-Party in vier Jahrzehnten wächst der innerparteiliche Druck auf Premierminister Gordon Brown. Labour-Aktivisten forderten offen einen Kurswechsel für die Partei und bereiteten eine Revolte gegen Brown vor.

Die Labour nahestehende Zeitung "The Observer" berichtete in Kreisen der Labour-Regierung werde die Führung durch Brown immer deutlicher infrage gestellt. Der Premierminister wolle der Kritik durch die Rücknahme unpopulärer Steuerreformen begegnen, über die vor allem Normalverdiener klagen. Auch eine geplante Erhöhung der Benzinsteuer könne nun hinfällig werden.

Schwere Verluste bei Kommunalwahlen
Die Regierungspartei war in der zurückliegenden Woche aus Kommunalwahlen in England und Wales nach schweren Verlusten mit einem Stimmenanteil von lediglich 24 Prozent hervorgegangen. Sie ist damit nur noch drittstärkste politische Kraft im Land. Die oppositionellen Tories kamen auf 44 Prozent und steigerten damit ihren Vorsprung gegenüber Labour auf 20 Prozentpunkte.

Der linke Labour-Abgeordnete und erklärte Brown-Gegner John Cruddas sagte der Zeitung "Sunday Mirror", Millionen von früheren Labour-Stammwählern seien wegen der Politik Browns zu den Tories übergelaufen. In einigen Medien wurde spekuliert, dass Brown durch Labour-Außenminister David Miliband abgelöst werden könnte. Mit Spannung wurden unterdessen Fernsehinterviews erwartet, in denen der Premierminister sich zur Lage nach den Wahlen äußern wollte.

Brown: Labour kann Macht trotz Niederlage verteidigen
Trotz der schlimmsten Niederlage bei Kommunalwahlen in mehr als vier Jahrzehnten kann sich die Labour-Party nach Ansicht von Premierminister Gordon Brown erholen und die Regierungsmacht in Großbritannien verteidigen. Das betonte Brown in mehreren Interviews, mit denen er auf die verheerende Wahlschlappe reagierte.

(apa/red)

4.5.2008 12:36