Aus Gefängnis entlassen: USA sezten neun Insassen von Guantanamo auf freien Fuß
- Keine Pentagon-Angaben über Identität der Männer
- 65 weitere Insassen sollen demnächst freikommen
Die USA haben neun Gefangene aus dem berüchtigten US-Lager Guantánamo Bay auf Kuba entlassen. Weitere 65 Häftlinge sollen demnächst auf freien Fuß kommen oder an andere Länder überstellt werden. Laut Pentagon wurden fünf der neun Häftlinge nach Afghanistan entlassen, drei in den Sudan und einer nach Marokko. Damit werde der Wunsch der USA ausgedrückt, keinen Gefangenen länger festzuhalten als notwendig.
Der unklare Rechtsstatus der Guantanamo-Häftlinge sorgt für regelmäßige Proteste von Menschenrechtsorganisationen. UNO-Experten haben die Anwendung von Gewalt gegen Gefangene, die Überstellung von Häftlingen in Länder, in denen ihnen Folter droht, und die Verletzung ihrer religiösen Gefühle durch das Militärpersonal in Guantanamo angeprangert. Der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete ehemalige US-Präsident Jimmy Carter hatte geschrieben: "All das passt zu Unrechtsstaaten, die von amerikanischen Präsidenten in der Vergangenheit immer verurteilt worden sind."
Insgesamt hätten seit 2002 mehr als 500 Häftlinge das Lager verlassen und befänden sich nun in rund 30 verschiedenen Ländern, teilte das Pentagon. Derzeit würden noch etwa 270 Terrorverdächtige in Guantánamo Bay festgehalten. Über die Identität der neun Entlassenen machte das Pentagon keine Angaben, aber das US-Außenministerium bestätigte, dass sich unter ihnen ein sudanesischer Kameramann des arabischen Nachrichtensenders Al-Jazeera befindet. Der in Katar ansässige Sender selbst hatte die Entlassung bereits zuvor bekanntgegeben. Danach befand sich Sami Moheddine al-Hajj als mutmaßliches Al-Kaida-Mitglied seit Jänner 2002 in US-Gewahrsam. Vor 16 Monaten sei er in den Hungerstreik getreten und seitdem zwangsernährt worden. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Tom Casey, sagte, es gebe keine Hinweise darauf, dass sich der Kameramann oder einer der anderen acht Entlassenen zu diesem Zeitpunkt in ihren Ländern in Haft befänden.
(apa/red)
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