Rechtsruck in Rom: Berlusconis Kandidat gewinnt Bürgermeisterwahl in Hauptstadt
- Gianni Alemanno besiegte Gegner in der Stichwahl
- Traditionell linke Hauptstadt: Schock für die Linke

·Rom: Rechtsruck
in Hauptstadt Italiens
Berlusconi-Kandidat siegt bei Bürgermeisterwahl
Zwei Wochen nach den italienischen Parlamentswahlen hat das Mitte-Rechts-Bündnis des designierten Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi einen weiteren Sieg errungen: Die Stichwahl um das Bürgermeisteramt gewann der Berlusconi-Verbündete Gianni Alemanno. Damit ist die jahrelange Vormachtstellung der Linken in der Hauptstadt gebrochen.
Alemannos Herausforderer, der zweimalige Bürgermeister Francesco Rutelli, räumte seine Niederlage ein. Nach Auszählung fast aller Stimmen entfielen bei der Stichwahl auf Alemanno 53,5 Prozent der Stimmen, auf Rutelli 46,4 Prozent. Alemanno war als Außenseiter in die Wahl gegangen, konnte dann aber von Berlusconis Sieg bei der Parlamentswahl profitieren. Der bisherige Bürgermeister Walter Veltroni hatte sein Amt niedergelegt, um auf nationaler Ebene gegen Berlusconi anzutreten.
Ihr "schönster Sieg"
Die traditionell linke Hauptstadt fällt damit nach 15 Jahrzehnten an die Konservativen. Alemanno und seine Anhänger feierten ihren "schönsten Sieg" als historisches Ergebnis. Der Wahlverlierer Rutelli beglückwünschte den Sieger. Rutelli und nach ihm Walter Veltroni hatten die traditionell linke Hauptstadt Italiens seit 1993 regiert.
"Alemanno und die Mitte-Rechts-Allianz haben einen Riesenerfolg geerntet. Die italienische Hauptstadt hat die Notwendigkeit eines politischen Wechsels nach dem Scheitern Veltronis begriffen. Jetzt wird Alemanno mit der aktiven Unterstützung der Regierung Berlusconi Rom neue Hoffnung geben und die Metropole in eine große europäische Hauptstadt umwandeln", freute sich Gianfranco Fini, Chef von Alemannos Partei Alleanza Nazionale.
Alemanno dankte den Römern für das Vertrauen. "Wir haben einen langen Kampf gewonnen. Ich werde Bürgermeister aller Römer sein. Heute hat nicht eine politische Seite, sondern ganz Rom gewonnen", so Alemanno. Der ehemalige Landwirtschaftminister hatte seine politische Karriere in der postfaschistischen Partei MSI begonnen und war dann zu Berlusconi gestoßen. Rutelli (53) war bereits von 1993 bis 2001 Bürgermeister und hatte sich jetzt erneut um den Rathausposten beworben.
Nervenzermürbender Wahlkampf
Der 50-jährige Alemanno verdankt seinen Wahlsieg einem Nerven zermürbenden Wahlkampagne, in der er unerbittlich auf das Thema Sicherheit und öffentliche Ordnung gepocht hatte. Alemanno profitiert auch von der Welle der Entrüstung, die der gewalttätige Übergriff auf eine 31-jährige Frau aus Lesotho ausgelöst hatte. Die Frau war vor zehn Tagen unweit eines Bahnhofs in der römischen Peripherie von einem illegalen rumänischen Einwanderer vergewaltigt und schwer verletzt worden war.
Insgesamt waren 5,8 Millionen Italiener zu Stichwahlen in fünf Provinzen und in 43 Gemeinden aufgerufen. In der Provinz Rom setzte sich der Mitte-Links-Kandidat Nicola Zingaretti durch. Ein kleiner Trost für die Mitte-Links-Allianz kam auch aus Sondrio und Vicenza. In den beiden Städten, die bisher von der Mitte-Rechts-Allianz verwaltet worden waren, siegte der Mitte-Links-Block.
(apa/red)
Kinderschänder07:53
33 FestnahmenErmittlungen führen zu groß angelegter Aktion gegen mutmaßliche Pädophile
Weltnichtrauchertag 201208:03
38 Prozent rauchenUmfrage in Österreich: Ein Drittel davon greift regelmäßig zum Glimmstengel
