Montag, 28. April 2008

Zugunglück in China wird zur Tragödie:
Zahlreiche Tote und hunderte Verletzte

  • Zusammenstoß zweier Garnituren nach Entgleisung
  • Bisher noch keine Angaben über die Unfallursache

Bei dem Zusammenstoß von zwei Zügen im Osten Chinas sind nach neuen Angaben mindestens 66 Menschen ums Leben gekommen. Fast 250 Menschen wurden laut der Nachrichtenagentur Xinhua verletzt, mindestens 50 davon schwer. Unter den Verletzten seien auch vier Franzosen, die mit Knochenbrüchen ins Krankenhaus eingeliefert worden seien. Über die Unfallursache gab es zunächst keine Angaben. Es ist das schlimmste Zugunglück in China seit mehr als zehn Jahren.

Laut den Berichten war ein Passagierzug auf dem Weg von Peking in die Hafenstadt Qingdao (Tsingtao) in der östlichen Provinz Shandong, als er in der Stadt Zibo entgleiste und mit einem anderen Zug zusammenprallte. Etwa zehn Waggons seien in einen Graben gefallen, berichtete ein Augenzeuge Xinhua. Im Internet waren Bilder mit Überlebenden zu sehen, die neben den Zugwracks saßen. Einige waren in weiße Betttücher gehüllt, um sich vor der morgendlichen Kälte zu schützen. Das Unglück ereignete sich am frühen Morgen.

Eine Reisende erzählte, wie sie sich mit ihrer 13-jährigen Tochter durch eine riesigen Riss im Boden des Zuges nach draußen retten konnte. Der Zug sei plötzlich mit einem Ruck zum Stehen gekommen. Eine oder zwei Minuten später sei er erneut angefahren, schon kurz darauf sei er jedoch entgleist. Bilder des Nachrichtenportals sina.com zeigten umgestürzte Waggons und Rettungskräfte im Einsatz. Auf einer Luftaufnahme waren Feuer und Rauch zu sehen, die von den Wracks aufstiegen. Ein Zug war nach Angaben von Xinhua von Peking aus in die Stadt Qingdao unterwegs, der andere von Yantai nach Xuzhou. Nach Angaben einer örtlichen Zeitung hatte die Eisenbahngesellschaft am Montag auf einen neuen Fahrplan umgestellt.

Laut dem staatlichen Fernsehen stammen die Eisenbahnschienen am Unfallort aus dem Jahr 1897 und sollten vor dem Olympischen Spielen im Sommer stillgelegt und durch eine Hochgeschwindigkeitsverbindung ersetzt werden.
(apa/red)

28.4.2008 08:04