Sonntag, 4. Mai 2008

Missbrauchs-Opfer will Elisabeth F. helfen: Französin bekam vom Stiefvater 6 Kinder

  • Martyrium endete erst mit dem Tod ihres Peinigers
  • Auch Enführungsopfer Kampusch bot Familie Hilfe an

Die Französin Lydia Gouardo, die ein ähnliches Schicksal wie Elisabeth F. durchlitt, will die Österreicherin kennenlernen. "Ich würde sie gern treffen, (...) um ihr zu sagen, dass ich auch damit fertig geworden bin", sagte die 45-Jährige. Gouardo sei sowohl bereit, nach Österreich zu fahren, als auch Elisabeth F. in Frankreich zu empfangen. "Wir könnten zusammen essen gehen - ich möchte, dass sie weiß, dass mir das eine Freude wäre", fügte Gouardo hinzu. Sie hoffe, dass ihr jemand die Kontaktdaten von Elisabeth F. gebe.

Gouardo war zwischen 1971 und 1999 von ihrem Vater, der nicht ihr biologischer Erzeuger war, vergewaltigt, teilweise eingesperrt und geschwängert worden. Sie brachte insgesamt sechs Kinder zur Welt. Ihr Martyrium endete erst mit dem Tod ihres Vaters.

Zuvor hatte sich bereits Natascha Kampusch gemeldet und sich für ein Gespräch mit den Opfern zur Verfügung gestellt. Außerdem möchte sie die Familie auch finanziell unterstützen.

Grauens-Tat
In Amstetten war ein abscheuliches Verbrechen bekanntgeworden: In einem Verlies soll der 73-Jährige Josef F. seine Tochter 24 Jahre lang gefangen gehalten und sexuell missbraucht haben. Während der Gefangenschaft dürfte der Mann mit der 42-jährigen Elisabeth F. sieben Kinder gezeugt haben, eines von ihnen sei nach der Geburt gestorben. Das Baby habe der Mann in einem Holzofen verbrannt. Josef F. habe sich zu den Tathandlungen weitgehend geständig gezeigt.

(apa/red)

4.5.2008 07:20