Josef F. muss sich vor Häftlingen hüten: Inzest-Verdächtiger wird meist abgeschirmt
- Angespannte Stimmung in Justizanstalt St. Pölten
- Weitere Ermittlungen gestalten sich "beklemmend"

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Der 73-jährige Tatverdächtige im Inzest-Fall in Amstetten befindet sich derzeit in der Justizanstalt St. Pölten in Untersuchungshaft. "Wir müssen auf der Hut sein", so Oberst Günther Mörwald, der Leiter der Justizanstalt St. Pölten. Es gebe allerdings "keine konkreten Drohungen" von anderen Häftlingen gegen Josef F.
Die Stimmung ist laut Mörwald angespannt, was besondere Aufmerksamkeit erfordert. F. ist weiterhin mit einem zweiten Häftling in einer Zelle untergebracht. Der 73-Jährige wird abgesehen von dem Mitgefangenen von den anderen Insassen abgeschirmt. Der Bewegung im Freien erfolgt demnach alleine oder mit dem Mithäftling, erläuterte Mörwald. Das Essen nimmt der Verdächtige in der Zelle zu sich.
Der 73-Jährige sei ein "völlig unproblematischer" Gefangener, berichtete Mörwald. F. "weiß um seine Situation", so der Leiter der Justizanstalt St. Pölten. Es wird verhindert, dass F. bei einer Vorführung mit anderen Inhaftierten zusammentrifft.
Ermittlungen gehen weiter
Unterdessen wurden die Ermittlungen in dem Fall weiter fortgesetzt. Wie Oberst Franz Polzer, Leiter des Landeskriminalamtes Niederösterreich (LK NÖ), der APA berichtete, gab es vorerst keine neuen Erkenntnisse. Der Polizeioffizier wies jedoch darauf hin, dass die Arbeit der Exekutivbeamten am Tatort "belastend" sei.
Erhebungen wurden unter anderem dahingehend geführt, wie der 73-jährige Tatverdächtige die Opfer im Verlies mit Lebensmittel und dergleichen versorgt habe. Hierbei gebe es vorerst "keine konkreten Aussagen", so Polzer.
Untersuchungen sind "beklemmend"
Der Kriminalist beschrieb die Ermittlungsarbeit für die Beamten am Tatort als "beklemmend". Mit jedem zu untersuchenden Gegenstand im Verlies werde den Ermittlern in Erinnerung gerufen, "was sich hier abgespielt hat". Der Leiter des LK NÖ betonte allerdings, dass die "beste Betreuung" für die Polizisten im privaten Bereich angesiedelt sei. Es gebe auch die Möglichkeit, jederzeit geschultes Personal, einen psychologischen Dienst, in Anspruch zu nehmen.
(apa/red)
