Natascha Kampusch: "Es wäre optimaler,
man hätte sie dort belassen, wo sie waren!"
- 20-Jährige über Opfer des Inzest-Falls in Amstetten
- Will kurz- und langfristig helfen - Spenden-Aktion

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Flüchtete nach mehr als acht Jahren aus Verlies
Viele melden sich zu Wort. Experten, Anrainer, Schaulustige. Sie alle reden vor Kameras und Mikrofonen über das Unfassbare. Das Drama um Elisabeth F., ihre Kinder und deren jahrelanges Martyrium im Kellerverlies von Josef F. lässt niemanden kalt. Auch Natascha Kampusch nicht. Immer wieder tritt sie in wohl portionierten Medienstatements an die Öffentlichkeit, um ihre Sicht der Dinge kundzutun. In einem Video-Interview hält sich die 20-Jährige nun nicht zurück: "Die Opfer sind an einem geheimen Ort. Aber es wäre sogar optimaler gewesen, man hätte sie dort belassen, wo sie waren!"
Aber das ist wahrscheinlich unmöglich. Sie aus dieser Situation rauszureißen einfach ohne Übergang, irgendwie festzuhalten und zu isolieren, kann ja auch teilweise nicht gut sein", wird Kampusch in mehreren Medien zitiert.
In der Nervenklinik Amstetten-Mauer werden die Opfer des Inzest-Falls derzeit abgeschottet betreut. Medizinisch und psychologisch.
25.000 Euro Spenden
Kampusch will helfen: "Sowohl mit meinem Wissen möchte ich sie unterstützen als auch finanziell." 25.000 Euro wird sie spenden. Das gab sie in einer Aussendung bekannt. Gleichzeitig hat die junge Frau, die selbst achteinhalb Jahre in einem Kellerverlies gefangen gehalten wurde, einen Spendenaufruf gestartet und die Einrichtung eines Kontos für die Gelder veranlasst. Sie habe die Organisation SOS Mitmensch um diesen Schritt gebeten, erklärte Kampusch. Dort werde auch ihre Spende aufbewahrt.
"Als Soforthilfe stelle ich den betroffenen Familienmitgliedern einen Betrag von 25.000 Euro zur Verfügung," sagte Kampusch. Generell gehe es ihr allerdings auch um langfristige Unterstützung. Man sei in engem Kontakt mit dem Land Niederösterreich und dem Anwalt der Opfer, um so bald wie möglich herauszufinden, wo die Hilfe konkret benötigt werde. Über die Geldervergabe selbst will Kampusch im Einvernehmen mit den betroffenen Familienmitgliedern sowie deren Beratern entscheiden.
(red/apa)
