Individuelle Betreuung und Therapien notwendig: "Familie macht guten Eindruck"
- Großes Therapeuten- und Ärzteteam im Einsatz
- Kinder alle zusammen in einem Bereich der Klinik

·DNA-Test bestätigt
6-fache Vaterschaft
Spuren des Verdächtigen auf gefälschen Briefen
·Fassungslos: "Es ist einfach unglaublich"
Amstetten unter Schock. Niemand bemerkte etwas
·Die BILDER vom Verlies in Amstetten
Hier mussten Elisabeth F. und ihre Kinder leben
Die einen Einblick über den aktuellen Zustand der Familie des Tatverdächtigen im Fall Elisabeth F. hat der Amstettener Bezirkshauptmann Hans-Heinz Lenze gegeben. "Die Familie macht einen guten Eindruck", meinte der Bezirkshauptmann. Sowohl die zwei Kinder, die im Keller leben mussten und die drei Kinder, die bei dem 73-jährigen und seiner Ehefrau aufwuchsen, wurden gemeinsam in der Landesnervenklinik Mauer betreut.
"Es seien alle zusammen." Die Annäherung zwischen jenen Kindern aus dem Keller und jenen die im Haus aufwuchsen sei natürlich eine sensible, so Lenze. Es werde in der Landesnervenklinik dafür gesorgt, "dass alle eine Beschäftigung haben", so der Bezirkshauptmann. Die Kinder seien alle zusammen in einem Bereich untergebracht. Es finde ein reger Unterhaltungsaustausch statt.
Für die Geschwister der 42-jährigen beziehungsweise die Mitschüler der Kinder, die bei den Großeltern aufwuchsen, gebe es Kriseninterventionsteams, diese könnten im Bedarfsfall zur Verfügung stehen, so der Bezirkshauptmann.
Schutz der Patienten "oberste Priorität
Für das Ärzte- und Therapeutenteam hat der Schutz der Patienten "oberste Priorität". Dies gilt insbesondere im Zusammenhang mit dem großen Medieninteresse. Elisabeth F. (42), fünf ihrer Kinder und ihre Mutter werden "in einem geschützten Bereich" der Klinik behandelt, zu dem keine näheren Angaben gemacht wurden. Das erklärt Primarius Berthold Kepplinger von der Sonderkrankenanstalt Landesklinikum Mostviertel Amstetten-Mauer.
Die sieben Patienten in der Sonderkrankenanstalt haben ihre dritte Nacht in dem Krankenhaus "gut verbracht". Ebenfalls "gut" sei die Kommunikation untereinander. Immerhin waren den Ermittlungen zufolge drei der Kinder mit Elisabeth F. über Jahre im Keller eingesperrt, während drei weitere ebenfalls über Jahre "normal" in dem "Horror-Haus" in Amstetten gelebt hatten. In der Sonderkrankenanstalt befänden sich nun alle Patienten nicht nur in einem "geschützten", sondern auch "gemeinsamen Bereich", in dem "direkter Kontakt möglich" sei.
Individuelle Betreuung erforderlich
Für die beiden Frauen und die fünf Kinder seien individuelle Betreuung und Therapien erforderlich, so Kepplinger weiter. Die Patienten hätten "unterschiedliche Bedürfnisse". Für sie steht nach Angaben aus der Klinik ein umfassendes Ärzte- und Therapeutenteam im Einsatz: Psychologen, Psychotherapeuten, Kinderpsychiater, Neurologen, Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten.
Wann die Patienten von der Justiz einvernommen werden könnten, sei "zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzbar". Das könne "noch längere Zeit dauern", sagte Kepplinger. Das Ärzte- und Therapeutenteam werde auch in dieser Frage "sehr behutsam vorgehen".
Als "erstaunlich gut" wurde das gesundheitliche Befinden insbesondere der im Keller gefangen gewesenen Personen bezeichnet. Untersuchungen hinsichtlich des körperlichen Zustandes der Opfer würden fortgesetzt. Nicht ans Tageslicht zu kommen, führe zu Vitamin D-Mangel, was Rachitis zur Folge haben könne. Es gebe jedoch "keine derartigen Anzeichen". Diesbezügliche Untersuchungen würden ebenfalls fortgesetzt.
(apa/red)
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