Montag, 28. April 2008

Sexueller Missbrauch von Minderjährigen: 4.043 Anzeigen seit Jahr 2002 in Österreich

  • Erschreckende Zahlen: 691 Anzeigen im Jahr 2007

691 Anzeigen wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen hat es im vergangenen Jahr in ganz Österreich gegeben. Seit 2002 ist das die dritthöchste Gesamtzahl. Als schwerer sexueller Missbrauch (Paragraf 206) gelten sexuelle Handlungen, die Geschlechtsverkehr, gleichzusetzende Handlungen und Gewalt beinhalten, so das Bundeskriminalamt. Etwas weniger als die Hälfte der 691 Anzeigen (296) im Jahr 2007 betraf derartige Delikte.

Der Paragraf 206 betrifft Fälle mit schweren Straftaten und Opfern unter 16 Jahren. Weniger schwerwiegende Fälle werden gemäß Paragraf 207 (Missbrauch von unmündigen Personen unter 16 Jahren) erfasst. Diese Fälle beinhalten sexuelle Übergriffe, die nicht bis zum Beischlaf reichen. 2007 gab es diesbezüglich die meisten Anzeigen (313). Der Missbrauch von Jugendlichen (ab 16 Jahren) wird grundsätzlich gemäß Paragraf 207b angezeigt. Im vergangenen Jahr wurden 82 Fälle bekannt.

4.043 Anzeigen nach Missbrauchsfällen von Kindern und Jugendlichen hat es zwischen 2002 und 2007 insgesamt gegeben. Mit 795 Delikten gilt das Jahr 2004 dabei als negativer Spitzenreiter, in diesem Jahr gab es auch die meisten Anzeigen wegen schweren sexuellen Missbrauchs (328). Bei Übergriffen auf Jugendliche gab es im vergangenen Jahr einen Anstieg um knapp die Hälfte - 82 Delikte wurden im Jahr 2007 bekannt, im Jahr 2006 waren es zum Vergleich 57. Die geringste Anzeigenzahl (612) zeigte die Kriminalstatistik im Jahr 2006.

(apa/red)

28.4.2008 16:37