Freitag, 2. Mai 2008

Rund 1.000 Ordinationen mussten dicht machen: Bei Qualitätsprüfung durchgefallen

  • Pjeta: Aufgaben & Vorgaben nicht ausreichend erfüllt
  • Derartige Kontrollmechanismen in Europa einzigartig

Mehr als 1.000 Ordinationen mussten wegen fehlender Qualität in den letzten Monaten geschlossen werden, erklärte der ehemalige Ärztekammer-Präsident Otto Pjeta. "Einfach deshalb, weil der oder die Ordinationsinhaber sich nicht imstande gesehen haben, die Aufgaben und Vorgaben zu erfüllen". Pjeta ist Präsidialreferent von Ökomed, einer Gesellschaft zur Qualitätsüberprüfung, die laut Gesetz alle fünf Jahre künftig durchgeführt werden muss und in Europa einzigartig ist.

Bei den geschlossenen Ordinationen handle es sich um Kassenordinationen ebenso wie um private, um praktische und Fachärzte. Pjeta erklärte, es handle sich um sehr viele Ordinationen, die zusätzlich eine hauptberufliche Tätigkeit eröffnet hätten, um Spitalsärzte, die ein oder zwei Mal in der Woche eine Ordination geführt haben und "damit konfrontiert sind, dass sehr viele Forderungen von uns erhoben worden sind". Dabei es gehe es nicht nur um fehlende medizinische Ausstattung, es sei auch zur Verhängung von Berufsverboten gekommen.

Zuletzt gab es in ganz Österreich rund 17.000 Ordinationen. Werden bei der Überprüfung entdeckte Mängel nicht behoben, muss es zur Schließung kommen. Erich Laminger vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger erklärte dazu, es sei offenbar jetzt ein guter Weg gefunden worden. Er sei aber noch nicht über die Details informiert worden. Die Evaluierung hat zum ersten Mal in dieser Form stattgefunden. Zuletzt hatte Wiens Ärztevertreter Johannes Steinhart im "Kurier" erklärt, es zeige sich, dass "der Selbstreinigungsprozess der Ärzteschaft funktioniert - wir schauen genau auf die eigene Qualität". (apa/red)

2.5.2008 13:22