Neue Namen beim Wiener Marathon: Zwei Kärntner wollen sich unter 2:15h pushen
- Top-Damen brauchen für Olympia-Quali 2:27h-Zeit
- Die Gewinnerin 2006 fordert die Vorjahressiegerin

Zwei Kärntner sollen sich heute beim Wien-Marathon zu Zeiten um 2:15 Stunden pushen und damit Platzierungen um die Ränge 10 bis 15 erreichen. Routinier Roman Weger (33), der seit Padua 2005 eine Bestzeit von 2:16:18 Stunden zu Buche stehen hat, bekommt Konkurrenz durch Markus Hohenwarter, der ebenfalls aus dem kleinen Ort Grafendorf kommt und für den LC Villach startet. Für den 28-jährigen Hohenwarter ist es erst der zweite Marathon seiner Karriere, seine persönliche Bestzeit steht seit Salzburg 2007 bei 2:24:41.
Die beiden gelernten Maurer - Weger arbeitete im zweiten Bildungsweg als Statiker in einem Planungsbüro, Hohenwarter absolvierte kürzlich die Prüfung zum Heilmasseur - haben in der Vergangenheit viele Trainingskilometer miteinander absolviert. Im VCM haben sie einen Pacemaker zur Verfügung, ob Hohenwarter mithalten wird können, bleibt abzuwarten. "Roman will den Halbmarathon auf 1:07:30 anlaufen, ich weiß nicht, ob ich da mithalten kann. Die ersten fünf Kilometer werden entscheiden, ob ich die rote oder die grüne Ampel vom Körper bekomme. Zusammen zu laufen, würde uns aber wohl beiden helfen ", sagte der Jüngere, der unter 2:20 bleiben will. 2:15 hält er noch nicht für realistisch.
2:14:59 als Lebensziel
Wegers "Lebensziel" sind 2:14:59 Stunden, das strebt er auch in Wien an. "Ich arbeite jetzt ohne Trainer und bin alleine verantwortlich. Meine Form stimmt. Dass der Markus mitläuft bringt eine zusätzliche Brisanz und auch Druck", freut sich der Wien-14. und beste Österreicher des Vorjahres (2:18:22) auf das Duell mit dem näheren Landsmann, den er seit über zwanzig Jahren kennt. Weger hat seinen Trainingsumfang erhöht, in Spitzenwochen brachte er es auf 250 Kilometer. Das Olympia-Limit von 2:13 ist für ihn nicht erreichbar. "Die EM 2010 ist ein Thema für mich, mal abwarten, wie die Limits sind."
Eichberger stärkste heimische Läuferin
Bei den Damen ist nach dem Knockout von Susanne Pumper nach dem positiven Dopingtest (B-Probe noch nicht analysiert) die 40-jährige Niederösterreicherin Ingrid Eichberger die stärkste heimische Läuferin, sie bringt es auf eine Bestzeit von 2:47:26 Stunden. Im Elitefeld der Damen soll die Post aber dennoch abgehen, mit der rumänischen Titelverteidigerin Luminita Talpos, der Japanerin Tomo Morimoto (Wien-Siegerin von 2006) und der Kenianerin Beatrice Omwanza sind drei Läuferinnen am Start, die Zeiten von 2:24 bis 2:27 anpeilen. Der Streckenrekord bei den Damen in Wien steht seit 2000 bei 2:23:47 Stunden.
Talpos hat sich vier Monate im US-Höhentrainingsort Boulder vorbereitet (wo derzeit auch Günther Weidlinger trainiert), die 35-Jährige hat dort auch bereits einen Wohnsitz. "Ich will meinen Vorjahressieg in Wien verteidigen. Für mich geht es auch um die Olympia-Qualifikation, dazu muss ich unter 2:28 bleiben", sagte Talpos (Bestzeit 2:27:32), die aber in Österreichs Bundeshauptstadt sogar auf eine Zeit um 2:25 losgehen will.
Noch mehr hat sich die wortkarge Japanerin Morimoto (2:24:33) vorgenommen, die nach einem dreiwöchigen Trainingslager in Albuquerque (New Mexico/USA) und einem einwöchigen Japan-Aufenthalt am Mittwochabend in Wien eintraf. "Ich bin in Wien bei meinem Sieg persönliche Bestzeit gelaufen und will nun noch schneller sein", verriet sie nur das Wichtigste.
Die Kenianerin Omwanza hat von 2004 eine Zeit von 2:27:19 zu Buche stehen, die vergangenen Jahre waren aber schwierig für sie. "Ich habe so viel gearbeitet und konnte nicht ordentlich trainieren. Ich konzentriere mich nun auf das Laufen, wurde im Vorjahr aber von einer Knöchelverletzung gebremst." Aufgrund der Nach-Wahl-Krise in Kenia ("Trainieren war nur mit Security möglich") bereitete sich die 34-jährige in Deutschland auf den Vienna City Marathon vor.
(apa/red)
