Freitag, 2. Mai 2008

Bei genitalem Infekt ganz rasch zum Arzt:
Experten raten von "Selbstbehandlung" ab

  • Herpes-Infektion erleichtert Eintritt von HIV in Körper
  • Erkrankung kann zu Lähmungen und Blindheit führen

Frauen sollten bei Beschwerden nach dem Sexualverkehr rasch zum Arzt gehen. "Viele sexuell übertragbare Krankheiten stellen ein ernstzunehmendes Gesundheitsproblem mit möglichen Spätfolgen dar und dürfen keinesfalls verschleppt werden", erklärt der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF), Christian Albring.

Ansonsten drohten weitere Infektionen und schwere Gesundheitsschäden. Zu den sexuell übertragbaren Krankheitserregern zählen Bakterien, Pilze, Einzeller oder Viren.

"Eine bestehende Infektion der Genitalien mit Herpes-Viren erleichtert beispielsweise dem lebensgefährlichen HI-Viren den Eintritt in den Körper. In Deutschland erfolgt vermutlich jede fünfte HIV-Infektion im Zusammenhang mit einer bestehenden Herpesinfektion", warnte Albring.

Breite Schädigung möglich
Auch könnten sich Herpes-Infektionen auf das Gehirn oder die Augen ausbreiten und bleibende Schäden wie Lähmungen oder Blindheit verursachen. Chlamydien erleichterten Humanen Papillomviren (HPV), den Erregern von Gebärmutterhalskrebs, eine Infektion und könnten unbehandelt zu Unfruchtbarkeit führen.

Angesichts der möglichen schweren Folgen sexuell übertragbarer Krankheiten rät der BVF-Präsident von einer Selbstbehandlung mit frei verkäuflichen Präparaten ab: "Jede Veränderung im Genitalbereich sollte die Frau zum Gynäkologen führen." Allgemein seien die Heilungschancen gut, vor allem dann, wenn die Krankheit früh erkannt und therapiert werde. Zusätzlich zu den Impfungen gegen Hepatitis B und Humane Papillomviren böten Kondome den besten Schutz. (apa/red)

2.5.2008 15:06