Freitag, 25. April 2008

Chemotherapie kann Hirnzellen schädigen:
Folge sind Probleme mit Kurzzeitgedächtnis

  • Auch Konzentrationsmängel oder Sehschwierigkeiten
  • Beschwerden treten oft lange nach Behandlung ein

Nach einer Chemotherapie entwickeln viele Patienten Beschwerden. Dazu zählen insbesondere bei der Gabe hohen Dosierungen etwa Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis, Konzentrationsmängel oder Sehschwierigkeiten. Die Probleme beginnen oft lange nach dem Ende der Therapie, klingen in vielen Fällen aber im Lauf der Zeit wieder ab.

US-Forscher der Universität Rochester um Mark Noble zeigten nun an Zellen im Labor und an Mäusen, dass das gegen viele Tumore eingesetzte Mittel 5-FU bestimmte Zellpopulationen im Gehirn schädigt. Dies gilt insbesondere für die sogenannten Oligodendrozyten und deren Vorläuferzellen. Diese Zellen spielen eine wichtige Rolle bei der Produktion der Meylinhüllen, die die Nervenfasern umgeben.

Es sei klar, dass Chemotherapien bei manchen Patienten das zentrale Nervensystem schädigen, betont Noble im "Journal of Biology". Da man aber auf diese Behandlung nicht verzichten könne, müsse man Wege finden, solche Nebenwirkungen zu vermeiden. So könne man etwa untersuchen, warum diese Probleme bei manchen Patienten auftreten, bei anderen dagegen nicht. (apa/red)

25.4.2008 17:50