Mittwoch, 23. April 2008

Baumpollen-Allergiker bei Soja aufpassen:
Eintritt eines allergischen Schocks möglich

  • Ausschlag, Gesichtsschwellung, Atemnot, Erbrechen
  • Immuntherapie bei mehr als zwei Dritteln erfolgreich

Birkenpollen-Allergiker mit Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten sollten auch beim Konsum von Sojaprodukten sehr vorsichtig sein. "Eine Kreuzallergie zwischen Birkenpollen und Soja kann sehr gefährlich sein, wenn die Betroffenen nicht davon wissen", warnt Harald Morr von der der Deutschen Lungenstiftung.

Der Verzehr von Sojaerzeugnissen kann zu einem stark juckenden Ausschlag am ganzen Körper, Gesichtsschwellungen, Erbrechen, Durchfall und Atemnot führen. "Unbehandelt und in schweren Fällen kann der Genuss von Soja auch einen allergischen Schock auslösen. Ursache ist die große Ähnlichkeit eines Birkenpollen-Allergens mit einem bestimmten Protein der Sojabohne", erklärt Morr.

Heuschnupfen-Patienten, die auf früh blühende Bäume und Sträucher wie Birke, Erle und Hasel allergisch reagieren, leiden häufig unter Nahrungsmittel-Allergien. Meist werden pflanzliche Lebensmittel nicht vertragen, wie beispielsweise rohe Äpfel. Grund ist laut Morr die botanische Verwandtschaft der Blütenpflanzen.

Nüsse und rohes Obs
Fast die Hälfte der Betroffenen verträgt vor allem Nüsse und einige rohe Obstsorten aus der Familie der Rosengewächse nicht, das sind Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Pflaumen, Kirschen und Mandeln. Solche allergischen Beschwerden nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel vor allem während der entsprechenden Pollenflugzeiten träten immer häufiger auf, berichtet Morr.

Betroffene sollten aber nur dann auf ein bestimmtes Nahrungsmittel verzichten, wenn sie es eindeutig nicht vertragen. Ist dies der Fall, können sie auf gekochtes Obst oder Gemüse umsteigen. Für Soja-Allergiker besonders gefährlich ist eine schnelle Zufuhr von Eiweißpulvern und Getränken, die einen konzentrierten Auszug aus der Sojabohne enthalten. Demgegenüber ist in stark erhitzten Sojaprodukten nur noch wenig des verantwortlichen Proteins nachzuweisen.

Birkenpollen und Äpfel
Birkenpollen-Allergiker mit Unverträglichkeit gegenüber Äpfeln könnten möglicherweise auf Sorten wie Cox Orange, Goldparmäne, Boskop oder Grafensteiner zurückgreifen, die weitaus weniger allergene Potenz haben als Golden Delicius und Granny Smith. Die Früchte sollten unbedingt geschält werden, da sich die Allergene vor allem unterhalb der Schale befinden und durch das Schälen entfernt werden können. Noch besser aber ist es, Äpfel zu raspeln oder zu erhitzen.

Überlegenswert ist laut Morr zudem eine spezifische Immuntherapie: "Diese Behandlungsmethode verläuft bei mehr als zwei Dritteln der Pollen-Allergiker erfolgreich und führt langfristig zu einer Verbesserung der Beschwerden." (apa/red)

23.4.2008 12:05