Mittwoch, 23. April 2008

Live Mesh schafft Ordnung im Chaos: Neue Microsoft-Plattform vereinfacht Medienwelt

  • Mesh-Ring: PC-Desktop, Smartphone und Notebook
  • Zugriff auf Dateien auch wenn Gerät nicht greifbar ist

Die Vielfalt der Medienwelt hat auch eine Vielfalt von Daten produziert: PC-Desktop, Smartphone und Spielkonsole stellen nicht nur nützliche Tools dar, sondern sie speichern auch wichtige Informationen. Doch was tun, wenn man mit dem Smartphone unterwegs ist und dringend Dateien vom PC benötigt? Die Verbindung dieser Elemente wird zu einer immer wichtigeren Aufgabe.

Microsoft präsentiert nun eine Lösung, um dem Daten-Chaos etwas entgegen halten zu können: Live Mesh. Auf dieser neuen Plattform kann der User die Elemente seiner Multimedia-Welt miteinander in Verbindung setzen. PC, Notebook, Smartphone, Live-Desktop und Spielkonsole werden somit zu einem einheitlichen Ganzen, das zentral verwaltet werden kann. Der User steht wieder im Mittelpunkt und lässt sich nicht mehr von der Vielfalt überollen. Daten werden synchronisiert und sind auch greifbar, wenn das Gerät in weiter Ferne ist.

Mesh-Ring
Die einzelnen Elemente werden auf der Plattform als Mesh-Ring dargestellt. In diesem lassen sich sogenannte Mesh-Ordner anlegen, die dann auf allen Geräten des Mesh-Rings verfügbar sind. Diese Ordner werden außerdem automatisch synchronisiert und sind somit immer am gleichen Stand.

Die Daten werden auf einem virtuellen Desktop gespeichert, der auf Microsoft-Servern abgelegt ist. Die Daten der Mesh-Ordner stehen auch dann zur Verfügung, wenn keines der Geräte eingeschaltet ist. Insgesamt bietet Mesh eine Kapazität von 5 GB Speicherplatz an.

Austausch mit Freunden
Nicht nur, dass die Geräte eines Users miteinander zum Mesh-Ring verbunden werden, es können auch Mesh-Ringe miteinander kommunizieren und Daten austauschen. Mit diesem Feature ist es möglich beispielsweise Fotos schnell auszutauschen und an Freunde weiterzugegen. Überhaupt gibt es ein einige Tools, die zu einem Social Network tendieren. Die sogenannte Mesh-Bar zeigt die Aktivitäten von Freunden und es wird sichtbar, welche Personen gerade mit dem Mesh-Ring verbunden sind.

Die Kommunikation zwischen den Rechnern funktioniert über die in Windows integrierte Remote-Desktop-Software. Firewalls und NAT-Router stellen jedoch kein Problem für den Verbindungsaufbau dar.

Testphase
Microsoft stellt die Plattform zur Zeit noch einer begrenzten Zahl von Nutzern zur Verfügung. Die Userplattform sol jedoch Schritt für Schritt gesteigert werden. Die Vorabversion ist zur Zeit nur für Windows XP und Vista kompatibel. Später sollen auch Versionen für MacOS X angeboten werden. Linux wurde indess nicht erwähnt.

Schritt weg vom Desktop
Mit der Vorstellung des Schritts weg vom reinen Desktop steigt Microsoft nun in den bereits breit gefächerten Markt der Online-Plattformen ein. "Das bedeutet, dass das Internet der Mittelpunkt der Welt ist", meint dazu Marc Benoiff, Chief Executive bei Salesforce, gegenüber der Ney York Times. Sein Unternehmen buhlt mit force.com besonders um Entwickler von Online-Anwendungen im Business-Segment. Amazon ist ein weiteres großes Unternehmen, das mit seinen Web Services ein Stück von Online-Anwendungskuchen sucht. Google wiederum hat vor kurzem den Preview seiner App Engine gestartet, die Web-Entwickler locken soll.

(pte/red)

Quelle: Pressetext

23.4.2008 16:57