Lebensmittelpreise werden wieder sinken:
OECD erwartet mittelfristigen Rückgang
- Appell gegen die Marktinterventionen vieler Staaten
- "Große Versäumnisse" bei Forschung und Innovation

·Nahrungsmittel werden immer teurer
Derzeit kein Ende des
Preistreibens in Sicht
·Hungerkrise: Jetzt Maßnahmen setzen
Ban Ki-Moon: Weltbank
soll mit 320 Mio. helfen
·UNICEF schlägt zum Weltwassertag Alarm
Über eine Milliarde hat kein sauberes Wasser!
Die extrem hohen Nahrungsmittelpreise werden nach Ansicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nicht von Dauer sein. Allerdings werde der mittelfristige Rückgang der Preise eher langsam vonstattengehen, sagte der OECD-Direktor für Handel und Landwirtschaft, Stefan Tangermann.
Den Einfluss von Spekulanten auf die rasant angestiegenen Preise hält Tangermann für "überschätzt". Vielmehr wirke das Phänomen, das in Phasen schnell steigender Preise ein sich selbst beschleunigender Prozess einsetze. "Marktteilnehmer ziehen Käufe vor. Das heizt den Preisauftrieb an."
Tangermann appelliert in der "WirtschaftsWoche", die derzeitigen Marktinterventionen vieler Staaten in Asien und Afrika dürften nicht dauerhaft bestehenbleiben. Sie seien auf mittlere Sicht kontraproduktiv: "Wenn die Preise für ein stark nachgefragtes Gut eingefroren werden, geht das offizielle Angebot in den Läden zurück - stattdessen blüht der Schwarzmarkt." Auch führten Ausfuhrrestriktionen zu einem gesamtwirtschaftlichen Verlust, da die Exporterlöse sänken.
"Große Versäumnisse" bei Forschung und Innovationen wirft der OECD-Direktor der Agrarpolitik weltweit vor, "insbesondere was Produktivitätssteigerungen in Entwicklungsländern" angehe. "Vielleicht ist die aktuelle Krise ja ein Weckruf für die Regierungen wieder mehr Geld in die Agrarforschung zu investieren, aber auch die landwirtschaftliche Entwicklung in armen Ländern stärker zu fördern" sagte Tangermann. (apa/red)

