Industrie fürchtet beschleunigte Talfahrt: Konjunkturbarometer sinkt auf Tiefstand
- Erwartungen in Produktion und Gewinne eingebrochen
- Unternehmen erwarten Turbulenzen der Konjunktur

·GRAFIK: Konjunktur auf rasanter Talfahrt
Industriellenvereinigung veröffentlicht Barometer
·Stärke des Euro als Schwäche des Dollar
Sinkender US-Zinsvorteil belastet den Dollarkurs
Die Industrie sieht einen beschleunigten Konjunkturabschwung in den kommenden Monaten. Das vierteljährlich vorgestellte Konjunkturbarometer der Industriellenvereinigung ist auf den niedrigsten Stand seit 2005 gefallen, speziell die Erwartungen in die Produktion und Gewinne sind geradezu eingebochen.
"Statt der bisher für die zweite Jahreshälfte erwarteten Aufhellung der Geschäftslage durch ein Abflauen der Kreditmarktkrise stellen sich die befragten Unternehmen auf eine Phase konjunktureller Turbulenz ein", sagte Christian Helmenstein, Chefökonom des Interessensverbands bei der Vorstellung der Konjunkturumfrage. "Die Daten sprechen eine deutliche Sprache", bemerkte IV-Generalsekretär Markus Beyrer.
Zählerstand auf eins zurückgegangen
Die in der Umfrage unter knapp 500 IV-Mitgliedern erhobenen Erwartungen in den Ertrag sind von zuletzt zehn auf einen Zählerstand von eins zurückgegangen. Das bedeutet, dass die Befragten per Saldo weder eine Verbesserung noch eine Verschlechterung der Profite erwarten. Der scharfe Rückgang innerhalb eines Quartals ist laut IV die "schärfste Revision der Ertragserwartungen seit 30 Monaten".
Vergleichsweise moderat fiel die Abschwächung des allgemeinen Indikators, des IV-Konjunkturbarometers von 42,6 auf 36,1 Zähler aus. In dieser Maßzahl ist auch die Beurteilung der noch sehr guten gegenwärtigen Situation (Geschäftslage, Auftragsstand) enthalten. Positiver Ausreißer bei den Zukunftserwartungen ist die Maßzahl für die Beschäftigung in sechs Monaten, wo der Index von zuletzt 10 auf 16 Punkte kletterte. Die Produktionserwartungen (Zeithorizont: drei Monate) halbierten sich auf 12 Zähler.
Eine Rezession sieht Helmenstein "definitiv nicht", er räumte aber ein, dass 2009 ein schwaches Jahr wird, denn: Eine Reihe von Sonderfaktoren, die der Wirtschaft heuer noch zugute kommen (Guter Auftragsstand, mehr Arbeitstage, Euro 2008), würden kommendes Jahr fehlen.
(apa/red)

