Mittwoch, 23. April 2008

US-Fluglinien landen in den roten Zahlen:
Gestiegene Kerosinpreise bringen Verluste

  • Kerosinpreis drückt Bilanz um mehrere hundert Mio.
  • Delta gibt Verlust von 6,4 Milliarden Dollar bekannt

Hohe Treibstoffkosten treiben die US-Fluglinien immer tiefer in die roten Zahlen. Die Fusionspartner Delta Air Lines und Northwest Airlines gaben Verluste bekannt, bei denen der Kerosinpreis mehrere hundert Mio. Dollar ausmachte. Zudem schrieben beide Airlines Milliardensummen auf den Firmenwert ab. Bereits am Vortag hatten UAL Corp - der Mutterkonzern von United Airlines - und der Lufthansa-Partner JetBlue Airways Verluste beklagt.

Delta-Aktien lagen im frühen Handel 1,6 Prozent im Minus, Northwestern-Titel 2,4 Prozent. Delta - die drittgrößte US-Gesellschaft - verlor im ersten Quartal bereinigt 274 Mio. Dollar (172 Mio. Euro). Allein die Rechnung für Kerosin erhöhte sich um 585 Mio. Dollar. Vor einem Jahr hatte der Konzern sechs Mio. Dollar verloren. Damals arbeitete die Airline noch unter Gläubigerschutz. Ähnlich sah es bei Northwest - die Nummer Fünf in den USA - aus. Hier betrug der Kostenanstieg 445 Mio. Dollar. Im Vorjahr lag der Verlust bei 292 Mio. Dollar, ebenfalls während der Zeit unter Gläubigerschutz.

Insgesamt gab Delta einen Verlust von 6,4 Mrd. Dollar bekannt, von denen 6,1 Mrd. Dollar auf das Konto von Abschreibungen auf den Firmenwert gingen. Northwest sprach von 4,1 Mrd. Dollar Verlust insgesamt, davon 3,9 Mrd. Dollar an abgeschriebenem Firmenwert. Delta und Northwest wollen die weltgrößte Fluglinie werden. Das Geschäft hat einen Umfang von drei Mrd. Dollar.

Die massiven Auswirkungen der hohen Ölpreise sind in Europa weniger stark zu spüren. Bei der größten deutschen Fluggesellschaft Lufthansa erwarten Experten bei den Quartalszahlen ein deutlich verbessertes operatives Ergebnis.
(APA/red)

23.4.2008 16:24